Die Karpov-Variante im offenen Spanier hat mich seit jeher begeistert. Anatoli Karpov zauberte sie einst in einem WM-Match gegen Kortschnoi als Neuerung aufs Brett. Sie ist also mit weltmeisterlichen Weihen versehen. Sie ergibt scharfes und kompliziertes Spiel.

1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 a6 4. La4 Sf6 5. 0-0 Sxe4 (der offene Spanier) 6. d4 b5 7. Lb3 d5 8. dxe5 Le6 9. Sbd2 Sc5 10. c3 d4 11. Sg5 (die Karpov-Variante - ein wunderschönes Springeropfer!) 11. ...Dxg5 (Schwarz sollte annehmen) 12. Df3! 0-0-0 (...Kd7? 13. Ld5! +- (...Ld7?! 13. Lxf7!+ Ke7 14. Ld5! Sxe5 15. Te1 mit Materialvorteil)) 13. Lxe6 fxe6 14. Dxc6 Dxe5 15. b4 Dd5! (einziger Zug – zu viele Drohungen sind auf dem Brett) 16. Dxd5 exd5 17. bxc5 dxc3 18. Sb3 d4 und Weiß hat nun mit 19. La3 und 19. Td1 zwei spielbare Züge zur Auswahl.

Weiß hat eine Figur gegen zwei Bauern, muß aber natürlich auf die beiden verbundenen Freibauern aufpassen.

Ich meine, es gibt zwei Alternativen für Weiß ab dem 15. Zug:

I. 15. Sf3N Dd5 16. Dxd5 exd5 17. cxd4 Se6 18. Te1 = und die Partie mündet ein in ruhige Gewässer

II. 15. cxd4!?N Dxd4 (15. ...Txd4?? 16. Sf3 +-) 16. Da8!+ (bringt den König auf die brenzlige Zentrallinie zusammen mit seiner Dame (16. a4!?) Kd7 17. Df3 mit Kompensation.

Was meint ihr dazu?