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Thema: Schach politisch korrekt

  1. #1
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    Schach politisch korrekt

    Eine beißende Kritik an dem Schachspiel aus politisch korrekter Sicht und eine Idee für eine Modernisierung des Spiels findet ihr hier: http://www.central-organ.de/2011/07/...h-vorgestellt/

    Berlin (FN). Die Männer- und Frauenliga des Schachbundesvereins Berlin, deren Ehrenmitglied (möglicherweise ohne sein Wissen) Klaus Wowereit ist, wagte einen fortschrittlichen Vorstoß in Richtung Gleichberechtigung. Der sozialistische Verein beklagt vielerlei Mißstände an dem seit alters her bekannten Spiel.

    So sei Schach ein monarchistisches Kriegsspiel, das zudem zutiesft rassistisch und menschenverachtend sei. Zunächst gäbe es in diesem Spiel keinerlei Arbeiter, nur Bauern. In der DDR hätten sich fortschrittliche Ansätze zur Anpassung des Schachspiels nicht mehr durchsetzen lassen. Das ZK der SED wollte im 10. Fünfjahresplan 4 der 8 Bauern jeder Seite durch Arbeiter ersetzen lassen. Heute müsse man Quotenmäßig zwei Bäuerinnen, zwei Bauern, zwei Arbeiterinnen und zwei Arbeiter pro Partei einsetzen. Von den Arbeitern und Arbeiterinnen müsse je eine Spielfigur “Hartz-IV -Empfänger_in” sein, und je eine der Bauern/Arbeiter müsse einen Migrationshintergund haben. Eine weitere Figur müsse homosexuell sein, eine weitere behindert.

    Desweiteren müsse endlich der unsägliche Rassismus im Schachspiel abgeschafft werden, denn man könne nicht im 21. Jahrhundert noch “Schwarze” gegen “Weiße” spielen lassen. Die Kolonialzeit sei vorbei, und Rassenkonflikte (die es mangels Rassen gar nicht gibt) dürfe man nicht spielerisch sondern nur erzieherisch austragen. Man regte bunte Figuren für beide Seiten an, die nicht unterscheidbar sein sollen, – weil alle Menschen gleich und einzigartig individuell zugleich sind.

    Der König und die Königin sollten gendergerecht geschlechtsneutral sein, und dementsprechend auch gleiche Spielzüge ausführen dürfen. Die Unterdrückung des ehemaligen Königs, der nur kleine Schritte habe machen dürfen, durch die Königin gehöre abgeschafft. Männer sollten nicht länger unter dem Pantoffel der Frauen stehen. Widerspruch kam hier von der Gendergruppe Schwarzer. Die gleichgestellte Königin habe immer noch mehr Möglichkeiten zu haben, so aus dem “Aktionskreis Gerechtigkeit im Schach” der EMMA- Redaktion. Die ehemaligen Monarchenpaare werden künftig “Bundeskanzler_innen” heißen und nur geradeaus, vorwärts und links herum “springen” dürfen, – jedoch nie zurück und erstrecht nicht nach rechts, – das wäre ein vorzeitiges Schach-Matt.

    Springer werden durch ökoligisch bewusste Fahrradfahrer ersetzt um den Pferden unmenschliche Transportwege zu ersparen. Türme als Sinnbild der Mauern und Wachtürme, der Grenzen und Schlösser werden gänzlich abgeschafft und an deren Stelle mobile Windräder eingesetzt. Je geschickter man seine Windräder einsetze, desto mehr Punkte erziele man.

    Das Spielziel des neuen fortschrittlichen Schach ist nicht eine Partei militaristisch vom Feld zu schlagen, sondern im Gegenteil soviele weitere Bauern und Arbeiter auf das Spielfeld zu bekommen, bis es voll ist. Hierbei ist strengstens auf Quoten aller Art zu achten. Wer am Ende die meissten Bauer_innen, Arbeiter_innen und Punkte hat, darf diese dann sozialistisch umverteilen und dem “Unterlegenen” schenken. So wird es keine Verlierer mehr geben, und keine Ungerechtigkeiten.

    Das neue Schachspiel wird voraussichtlich ab dem nächsten Schuljahr Pflichtfach im Rahmen des Sport- und Ethikunterrichts an allen deutschen Schulen. Hergstellt werden die Schafiguren im geschlossenen Strafvollzug um dort zur Resozialisierung Beitrag zu leisten. Das alte Schachspiel werde ab 2012 nicht mehr hergestellt.
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  2. #2
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    AW: Schach politisch korrekt

    Ob man so etwas Kritik nennen darf.....

    Jetzt mal in Ernst, ich hoffe, dass sich das einer mit ner Menge Humor ausgedacht hat.
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  3. #3
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    AW: Schach politisch korrekt

    Wir brauchen nicht darüber diskutieren, daß das eine Satire ist. Fall doch nicht immer auf meine Einleitungen rein.
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  4. #4
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    AW: Schach politisch korrekt

    ......
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  5. #5
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    AW: Schach politisch korrekt

    Kommen wir von der Satire zur Realsatire. Eine Pädagogin (?) ist entsetzt, welche Philosophie durch das Schach verbreitet werde. In einem Leserbrief in der Bergedorfer Zeitung wendet sie sich gegen den hiesigen Zeitgeist, Schach an Schulen zu verbreiten, weil Schach logisches und vernetztes Denken (usw.) fördert. Sie sieht das Schach vielmehr als Kriegsspiel an, in dem es darum gehe, daß beide "Völker" im Schach einander "ausrotten" wollen. Sie sieht im Schach Rassismus, weil "Weiß [durch den Anzugsvorteil] natürlich mehr Wert ist als Schwarz". Außerdem stört es sie, daß die Dame weniger wert ist als ihr männlicher "Gemahl". Eine geradezu menschenverachtende Kriegslogik gehe zudem vom Schach aus, weil Figuren wie Bauern bedenkenlos zum eigenen Sieg als "Kolletaralschaden" geopfert würden. Ihre Schlußfolgerung:

    Ich selbst war in meiner Kindheit Schul- und Kreismeisterin, habe auch in meiner Studienzeit Turniere gespielt - und bin beschämt ausgetreten, als mir diese Zusammenhänge klar wurden.
    Der Bannstrahl in Gänze: http://www.bergedorfer-zeitung.de/pr...ilosophie.html
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  6. #6
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    AW: Schach politisch korrekt

    Realsatire trifft es auf den Punkt...

    Wahrscheinlich ist die Dame auch noch Feministin und beste Busenfreundin von Alice Schwarzer (mit Spitznamen "Schwanz-ab-Hexe") und auch beschämt darüber, daß überhaupt noch Männer rumlaufen, diese Bestien, Kriegstreiber und Mördergesellen...

    Und wahrscheinlich ist sie auch noch Vegetarierin und auch beschämt darüber, daß so viele furzende und rülpsende Kühe rumlaufen, die das klimaschädliche Treibhausgas Methan in riesigen Mengen in die Atmosphäre blasen...

    Und wahrscheinlich ist sie auch noch beste Freundin von Renate Künast, der Grünen-Kaiserin, und auch beschämt darüber, daß so viel Umweltverschmutzung passiert: Jedem auf die Straße kackenden Hund würde sie am liebsten sofort abstechen und jedem rauchenden Kerl, der seine Zigarettenkippe auf die Straße schmeißt, brüllt sie hinterher: "Du Umweltsau verrecke!".

    Ach ja, die Ärmste hat's nicht leicht auf dieser Welt. Zu allem Unglück ist sie auch noch Pädagogin - mir tut jetzt schon jedes Kind leid, mit dem sie auch nur eine Stunde lang zu tun hat... Vorsicht Lebensgefahr! Diese Dame ist des Mordes fähig für ihre Ideale und Weltanschauung! Ein Moslem mit Sprengstoffgürtel um der Hüfte ist das reinste Unschuldslamm dagegen oder jedenfalls doch nicht gefährlicher als diese Dame Namens [...]entfernt, bitte keinen Realnamen im Zusammenhang mit diesem Beitrag
    Kiffing.

  7. #7
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    AW: Schach politisch korrekt

    Zitat Zitat von Birliban Beitrag anzeigen
    .... Vorsicht Lebensgefahr! Diese Dame ist des Mordes fähig für ihre Ideale und Weltanschauung! Ein Moslem mit Sprengstoffgürtel um der Hüfte ist das reinste Unschuldslamm dagegen oder jedenfalls doch nicht gefährlicher als diese Dame ...
    Wozu bist Du fähig?

    Anscheinend nicht sofort zu sachlich-angemessenem Umgang.
    Wenn man Deinen Beitrag liest, kommt man auf den Gedanken, die Dame könnte sogar Recht haben.
    Doch nicht alle Schachspieler/-innen ticken so und der Charakter des Schachspiels ist auch vielschichtiger als von Euch beiden angesprochen.

    Die Dame beschreibt einen kleinen Teilbereich des Schachspiels durchaus zutreffend und in zulässiger Deutung.
    Sie hat auch nicht Unrecht, daß sie Schach kriegerisch-gewaltsamer beschreibt, als man es bei "Mensch ärgere Dich nicht" oder "Malefiz" empfindet.
    Schach steht sicher näher an Gewalt und Krieg als einige andere Spiele, ist aber weit (Darstellung, Spielablauf) von den gewalttätigen Ballerspielen der Computerzeit entfernt.
    Die Dame läßt einseitig viele andere Facetten der Beschäftigung mit dem Schach außer Betracht und von daher stelle ich mir schon die Frage, ob sie - wenn Pädagogin - mit ihrer dargelegten Einbiszweisicht nicht tatsächlich eine kleine Gefahr ist.

    Der "Kindergarten" der Lebensrealität besteht nicht nur aus gewaltfreiem Ringelpiez und Friede, Freude Eierkuchen.
    Es geht um viele schöne (Selbständig Denken, Lernen/Forschen, Verbessern, Teilen, Helfen), etliche notwendige Kompetenzen (Kommunikation, Argumentation, Planung, Zusammenarbeit Durchsetzungsvermögen, Überzeugungen, Glauben, Verantwortung tragen/übernehmen, Verteidigung, Analyse, Reflektion) und daneben auch "menschlich-zweifelhafte" Aspekte (Aggressivität, Angriff, Trickserei, Verschleierung und Lügen, Täuschung).
    Alles dieses und noch viel mehr aus dem zwischenmenschlichen Umgang kann man beim Schachspiel - weitgehend gewaltfrei - erfahren und für sich erschließen.
    Da ist man für manchen Schulhof, Arbeitsplatz und den Straßen von Berlin nicht ganz unvorbereitet, wenn man fähig ist über das Schachbrett hinaus zu denken und zu handeln.

    Aufgrund ihrer eigenen Schlußfolgerungen hat die schreibende Dame einen Strich gezogen und damit vieles beim und vomSchach nicht entdeckt.
    Ob sie sich das notwendige Rüstzeug anderswo bereits angeeignet hat und auch fähig ist, es zumindest teilweise jungen Menschen zu vermitteln, ist eine ganz andere Frage.

    Dieses Pamphlet von Birliban hat jedenfalls keiner verdient, der mit Schach nichts anzufangen weiß und sich abwertend über Schach äußert.

  8. #8
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    AW: Schach politisch korrekt

    " Sie hat auch nicht Unrecht, daß sie Schach kriegerisch-gewaltsamer beschreibt, als man es bei "Mensch ärgere Dich nicht" oder "Malefiz" empfindet.
    Schach steht sicher näher an Gewalt und Krieg als einige andere Spiele, " Zitat zugzwang

    Tut mir leid, zugzwang, in diesen Punkten kann ich Dir nicht folgen. Wer das Schachspiel auch nur ansatzweise in Verbindung mit "Gewalt und Krieg" bringt, dem/der ist einfach nicht mehr zu helfen. Und das Schachspiel will und werde ich mir in dieser Richtung auch von niemandem verunglimpfen lassen.

  9. #9
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    AW: Schach politisch korrekt

    Der Gedanke, daß Schach das kriegerische Denken im Menschen fördert ist nicht so weit hergeholt wie man denkt. Schon der mit Emanuel Lasker befreundete Albert Einstein lehnte das Schach ob dessen "Machtringen und kompetitive[n] Geist[es]" ab. Das Schach ist schließlich aus der Grundidee entstanden, eine Schlacht spielerisch zu simulieren, so daß jeder Spieler in die Rolle eines Feldherren schlüpfen kann.

    Natürlich hat die Dame an einigen Stellen übertrieben, und zwar in einer solchen Weise, daß ich persönlich das als Realsatire empfand. Vor allem scheint sie mir den kriegerischen Faktor überzubetonen, an dem ein Schachspieler kaum einen Gedanken verschwendet, weil das Schach dafür zu abstrakt ist (deswegen hatten die Sowjetunion und Nazideutschland mit Wehrschach bzw. Tak-tik und Kampfschach als Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg zwei Schachspiele entwickelt, in denen die Schachfiguren durch moderne Waffengattungen ersetzt sind). Ganz einfach ausgedrückt, ein Schachspieler denkt nicht an eine blutverschmierte Leiche, wenn er eine Figur des Gegners schlägt, und insofern gebe ich zugzwang Recht, daß das Schach in puncto Gewaltverherrlichung noch weit hinter diversen Computerspielen zurückfällt. Wegen der hohen Abstraktion meine ich sogar, daß das Schach Gewalt überhaupt nicht verherrlicht, und das Abendland untergehen sehe ich nicht einmal in den wirklichen Kandidaten dafür, in den diversen Computerspielen. Warum ist das so? Ein gesunder Mensch kann zwischen Realität und Fiktion unterscheiden.
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  10. #10
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    AW: Schach politisch korrekt

    "Das Schachspiel hat sich, wie gesagt, gewandelt, aber nur in seiner Tracht, seinen Formen, nicht in seinem Wesen. Dies ist ihm all die tausende von Jahren erhalten geblieben.
    Es zu entdecken ist daher nicht schwer: immer hat das Schachspiel einen Krieg zwischen zwei feindlichen Parteien darstellen wollen, einen Krieg aufs äußerste, der zwar nach Gesetz und Gesittung, doch ohne Gnade und Schonung geführt wird. Man erkennt dies fast unmittelbar aus den Regeln des Spiels."



    @ all: War dem Verfasser dieser Zeilen nicht mehr zu helfen und hat er das Spiel verunglimpft?

  11. #11
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    AW: Schach politisch korrekt

    Laß gut sein, zugzwang, kleb dir an jede Schachfigur einfach eine kleine weiße Friedenstaube und die Diskussion hier hat sich erledigt.

    Im September beim Sinquefield-Cup in St. Louis hatte man übrigens eine ganz ähnliche symbolträchtige Idee: An einem spielfreien Tag spielten 16 Schachkünstler (darunter natürlich auch die sechs Großmeister Carlsen, Caruana & Co ) gegen 16 Künstler aller Gattungen mit brennenden weißen und dunkelblauen Kerzen ( als Schafiguren ) 16 Partien Schach. In SCHACH 10/2014 kann man dazu genaueres nachsehen bzw. nachlesen.

    Brennende Kerzen – waren von jeher Symbole des Friedens. Wenn nun sogar Spitzengroßmeister der Weltelite diesen Friedensgedanken symbolträchtig für das Schachspiel übernehmen, scheint es mir allerhöchste Zeit zu sein, endlich eine neue Bewertung vorzunehmen...

    Noch ein Schlußwort meinerseits zu der Dame, die jenen anrüchigen Artikel schrieb: Sie hat nicht etwa übertrieben, sondern ist einfach nur gehörig dumm. Wäre Dummheit ein Strafbestand, dann müßte sie längst zu einer Gefängnisstrafe (ohne Bewährung) verurteilt werden.

  12. #12
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    AW: Schach politisch korrekt

    Liebe Schachfreunde,

    nachfolgend von der Homepage von Elke Rehder mehr zum Thema Schach. Macht Euch bitte selbst ein Bild davon, anhand der vielen Zitate, was andere bekannte Namen über das Schach zu sagen haben. Fernab der Gewalt- und Kriegstheorien macher Leute. Kurz und bündig hat es wohl Goethe einst auf den Punkt gebracht: „ Dies Spiel ist ein Probierstein des Gehirns.“ Nicht mehr und nicht weniger. Auch Einstein soll in diesen Schachzitaten noch einmal zu Wort kommen. Viel Spaß!


    Schachzitate
    Anfang Januar 2009 amüsierte ich mich köstlich mit dem Buch von Walter Slezak "Mein Magen geht fremd" (Piper Verlag München 1977). Dabei ging es nicht nur um Kulinarisches sondern auch um Schach, wie Ihnen das nachfolgende Zitat vermittelt:
    Wenn man sich darüber klar ist, dass ein Schachbrett vierundsechzig Felder und zweiunddreißig Figuren hat und dass es, nachdem die ersten vier Züge von Weiß und Schwarz gespielt sind, bereits über zwei Millionen Varianten gibt, in denen man die Schachfiguren bewegen kann, wenn man sich darüber klar ist, dass wir in unsrer wundersamen Welt Millionen essbare Pflanzen und Tiere haben und ebenso viele Arten sie zuzubereiten, wird man von dem Neuland, das noch nicht erforscht ist, überwältigt sein.
    *
    Nachfolgend zeige ich eine Auswahl von Einblattdrucken der ELKE REHDER PRESSE. Der Text wurde wie zu Gutenbergs Zeiten im Buchdruck gedruckt. Dazu habe ich einen Farbholzschnitt von mehreren Druckstöcken gedruckt. Die Einblattdrucke gibt es in der ELKE REHDER PRESSE in einer kleinen nummerierten und signierten Auflage.
    *
    Heinrich Heine
    "Ich bin ein wahnsinniger Schachspieler: Schon beim ersten Stein habe ich die Königin verloren, und doch spiel ich noch und spiele - um die Königin. Soll ich weiterspielen?"
    (Zitat aus einem Brief Heines an seinen Freund Christian Sethe vom 27. Oktober 1816)

    *
    Ernst Jünger
    "Das Schachspiel hat den Vorzug, dass geistige Macht so unwiderleglich bezeugt wird wie auf keinem anderen Feld, und zwar durch eine Reihe von Vorweisungen, die nur durch andere Vorweisungen bestritten werden können - so hält es die Mitte zwischen dem Disput und der strategischen Aktion. Vom Disput unterscheidet es sich dadurch, dass jedem Zug eine unbezweifelbare Realität innewohnt. Es gibt, auch wenn sie nicht gefunden wird, die beste Erwiderung, die, wie ein Richtspruch, nicht der Zustimmung des Gegners bedarf. Diese Realität ist andererseits den materiellen Schwierigkeiten und Zufällen entzogen, mit denen der Stratege zu rechnen hat. Man möchte meinen, dass die Ersinnung eines solchen Spieles das menschliche Vermögen überschreite und dass es Zeiten entstamme, in denen Götter mit uns Umgang hielten und bei uns einkehrten. Irgendwo im Universum könnte um Reiche und Länder oder um Sterne gespielt werden, die Figuren könnten Heere bedeuten - doch bliebe nur das Bedeutende, der Schicksalszug in seinem schwerelosen, unerschütterlichen Wandel, gleichviel ob es um Nüsse oder Königreiche geht. Das Spiel gibt eine Ahnung von dem, was an ganz anderen Orten, was unter Geistern, ja was in fremden Welten möglich ist."
    (Zitat von Ernst Jünger aus dem Buch "Rehburger Reminiszenzen", Elke Rehder Presse 1998)

    Stefan Zweig
    "Und da ich nichts anderes hatte als dies unsinnige Spiel gegen mich selbst, fuhr meine Wut, meine Rachelust fanatisch in dieses Spiel hinein. Etwas in mir wollte Recht behalten, und ich hatte doch nur dieses andere Ich in mir, das ich bekämpfen konnte; so steigerte ich mich während des Spiels in eine fast manische Erregung."

    (Textpassage aus der "Schachnovelle" von Stefan Zweig; Beschreibung des unmöglichen Versuches, gegen sich selbst zu spielen.)
    *

    Mehr Information über meine Einblattdrucke mit den Zitaten finden Sie hier*http://www.elke-rehder.de/Holzschnitte.htm

    Informationen über den Druck dieser Einblattdrucke finden Sie hier*http://www.elke-rehder.de/druckwerkstatt.htm
    *
    *
    *
    Weitere Schachzitate von
    *
    Aljechin, Alexander
    Mit Hilfe des Schachs formte ich meinen Charakter. Das Schachspiel lehrt vor allem, objektiv zu sein. Man kann nur dann ein großer Meister werden, wenn man sich seiner Fehler und Mängel bewusst wird - ist das nicht ganz so wie im Leben?
    *
    Arrabal, Fernando
    Schach und Theater - das sind die Künste der Dissidenten, der Mystiker und Andersgläubigen, der Libertären und Propheten, der Fischers und Ionescos, Morphys und Kortschnojs.
    *
    Brecht, Bertolt (Leben des Galilei)
    Galilei zu den schachspielenden Sekretären: Wie könnt ihr noch immer das alte Schach spielen? Eng, eng. Jetzt spielt man doch so, dass die größeren Figuren über alle Felder gehen. Der Turm so - er zeigt es - und der Läufer so - und die Dame so und so. Da hat man Raum und kann Pläne machen.
    Der eine Sekretär: Das entspricht nicht unseren kleinen Gehältern, wissen Sie. Wir können nur solche Sprünge machen. Er zieht einen kleinen Zug.
    Galilei: Umgekehrt, mein Guter, umgekehrt! Wer auf großem Fuß lebt, dem bezahlen sie auch den größten Stiefel! Man muss mit der Zeit gehen, meine Herren. Nicht an den Küsten lang, einmal muss man ausfahren.
    *
    Cervantes, Miguel
    Das Leben ist eine Partie Schach.
    *

    Duchamp, Marcel
    Ich glaube in der Tat, dass jeder Schachspieler ein Gemisch zweier ästhetischer Vergnügen erfährt: erstens das abstrakte Bild, verwandt mit der poetischen Idee beim Schreiben; zweitens das sinnliche Vergnügen der ideographischen Ausführung dieses Bildes auf den Schachbrettern. - Wenn auch nicht alle Künstler Schachspieler sind, so sind doch alle Schachspieler Künstler.
    *
    Duchamp, Marcel
    Ich ziehe Schach vor. Da können die Menschen leidenschaftlich dabei sein, obwohl die Eröffnungstricks und der geistige Aufwand genauso sinnlos sind wie das Leben selber.
    *
    Estor, Johann Georg*Jurist, 1699 - 1773, aus: deutsche Rechtsgelahrtheit Frankfurt 1767
    Das Schachspiel ist so nöthig als das Brotessen, um auf alle Fälle gewieget zu werden.
    *
    Fine, Reuben (Schachspieler USA, Psychoanalytiker)
    Die wichtigste Gabe, die ein großer Schachspieler haben muss, ist meiner Meinung nach eine üppige Phantasie. Er muss in der Lage sein, sich aus der Welt aufdringlicher Realitäten in einen Bereich seltsamer Gestalten und Formen zurückzuziehen, die er miteinander kombiniert, um neue, nie da gewesene Situationen zu schaffen.
    *
    Flaubert, Gustave
    Schach -*Zu ernsthaft für ein Spiel, zu seicht als Wissenschaft.*
    *
    Goethe, Johann Wolfgang von
    Die Natur hat uns das Schachbrett gegeben, aus dem wir nicht hinauswirken können, noch wollen, sie hat uns Steine geschnitzt, deren Wert, Bewegung und Vermögen nach und nach bekannt werden; nun ist es an uns, Züge zu tun, von denen wir uns Gewinn versprechen.
    *
    Green, Julien (Schriftsteller)
    Der Furchtsame im Leben wird auch im Schach furchtsam sein, der Draufgänger im Leben sich auch im Schach auf den König stürzen.
    *
    Groß, Johannes (Journalist)
    Schach ist ein höfliches, ritterliches Spiel. Der König kann verfolgt, bedroht, schließlich mattgesetzt, aber nicht geschlagen und des Feldes verwiesen werden. Demokratischem Empfinden ist es fremd, dass das Oberhaupt des besiegten Gegners geschont werden soll.
    *
    Hesse, Christian (Mathematiker)
    Trotz der Begrenzung des Spielplatzes auf 64 Felder und nur weniger klarer und übersichtlicher Zugregeln ist es in einer ans wunderbare grenzenden Weise komplex und so vielschichtig, dass es in symbolischer Form Grundaspekte der menschlichen Existenz widerzuspiegeln vermag. Schach ist eine geistige Kampfsportart und gleichzeitig ein Resonanzboden für Ästhetik, Leidenschaft und intellektuelles Heldentum, ein ganzes Königreich voller Ideen, Emotionen, Imaginationen, von einmaligen Einblicken, links- und rechtshemisphärischer Denkaktivität, von gebündelter Kreativität und wunderbarer Harmonie zwischen logischen und paradoxen Elementen.
    *
    Huxley, Thomas Henry (Schriftsteller)
    Das Schachbrett ist die Welt. Die Steine sind die Erscheinungen im Weltall, und die Spielregeln heißen Naturgesetze. Unser Gegenspieler bleibt uns verborgen. Wir wissen nur, dass sein Spiel immer zweckmäßig, geduldig und korrekt ist. Wir wissen aber auch, dass er zu unseren Gunsten niemals einen Fehler übersehen oder das geringste Zugeständnis an unsere Unkenntnis machen wird. Dem Menschen, der gut spielt und seine Stellungen am besten ausnützt, wird mit einer Art überschwänglicher Großmut der Lohn für seine Gewandtheit zugeteilt. Derjenige aber, der Fehler auf Fehler häuft, wird erbarmungslos mattgesetzt - ohne Eile, aber auch ohne Schonung ...
    *
    Ibn el-'Habarijje (arabischer Dichter des 11. Jahrhunderts)
    Der Bauer wird im Schach zwar oft zur Königin,
    Doch durch den Bauer wird gar oft auch diese hin.
    und
    Wenn auf dem Schahbrett Bauern zu Wesiren werden,*
    So sind dafür Wesire Bauern hier auf Erden.
    Wesir = Berater des Königs (die Dame)
    *
    Indischer Spruch
    Meide die Ignoranten!
    Sie wissen nicht, daß sie schwach spielen.
    Hilf den Einsichtigen!
    Sie wissen, daß sie schwach spielen.
    Achte die Bescheidenen!
    Sie wissen nicht, daß sie stark spielen.
    Folge den Schachweisen!
    Sie wissen, daß sie stark spielen.
    *
    Kant, Hermann* (Schriftsteller)
    kurzes Zitat aus seiner Erzählung "Die Schlacht"
    Sie wissen ja, wie das ist, wenn man zuviel gespielt hat, man denkt nur noch in Schach: das karierte Hemd eines Vordermannes beschwört die Vision eines wunderbaren indischen Gambits herauf, die Gedanken bewegen sich nur noch im Rösselsprung, und beobachtet man, wie zwei Leute aneinander vorübergehen, so sagt es im Hinterkopf: Rochade.
    *
    Kennan, George F. (Historiker)
    Mancher, der sich für einen Schachspieler der Weltpolitik hält, ist in Wirklichkeit bloß eine Schachfigur.
    *
    Klaus, Georg
    (1912 - 1974) war ein deutscher Philosoph, Schachspieler und Schachfunktionär. Die folgenden drei kurzen Zitate stammen aus der Erzählung "Erlebte Schachnovelle"
    Das Schachspiel ist ein Bestandteil der gesamten Menschheitskultur und kann aus ihr nicht mehr weggedacht werden. Es erfordert künstlerische Gestaltungskraft und - um mit Hegel zu sprechen - die Anstrengung des Begriffs. Schach ist Einheit von Theorie und Praxis.
    *
    Kramnik,Wladimir
    Kunst und Schach sind nur verschiedene Felder, in denen dieselbe Poesie Ausdruck findet.
    *
    Kraus, Karl (Schauspieler)
    Diplomatie ist ein Schachspiel, bei dem die Völker matt gesetzt werden.
    *
    Lasker, Emanuel
    Seit undenklichen Zeiten sind die Kampfspiele Lehrmeister des Menschen gewesen. Lange schon, bevor es auch nur eine Spur von wissenschaftlichem Denken gab, lernte der Mensch planvolles Handeln im Spiel. Das höchste aller dieser Spiele ist das Schach.
    *
    Lasker, Emanuel
    Im Leben werden die Partien nie so unbestritten gewonnen wie im Spiel; das Spiel gibt uns Genugtuungen, die das Leben versagt.
    *
    Lasker, Emanuel
    Figuren entwickeln und sehen, dass sie wirken, sodann Vertrauen auf die Zukunft, das ist ein guter Spruch, nicht bloß für den Schachspieler.
    *
    Leibniz, Gottfried Wilhelm
    Die erstaunliche Logik und die mathematische Exaktheit stellen das Schachspiel auf eine Stufe mit jeder exakten Wissenschaft, während Schönheit und Bildhaftigkeit seiner Ausdrucksform in Verbindung mit künstlerischer Phantasie es in einer Reihe mit allen anderen Künsten rücken lässt.
    *
    Lenin (Wladimir Iljitsch Uljanow)
    "Schach ist Gymnastik für den Geist."
    und
    "Schach ist allzu interessant, deshalb habe ich es aufgegeben."
    Der Philosoph Georg Klaus sagt zu diesem dialektischen Widerspruch einem Zitat von Lessing folgend:*"Schach ist zu ernst, um bloßes Spiel zu sein, und es ist zu sehr Spiel, um alzu intensive Beschäftigung mit ihm zu rechtfertigen."
    *
    Lessing, Gotthold Ephraim
    Das Schach ist für das Spiel zu ernst, für den Ernst zuviel Spaß.
    *
    Lessing, Gottholt Ephraim
    Zwei Knaben wollten Schach ziehen. Weil ihnen ein Springer fehlte, so machten sie einen überflüssigen Bauern durch ein Merkzeichen dazu.
    Ei, riefen die anderen Springer, woher Herr, Schritt vor Schritt?
    Die Knaben hörten die Spötterei und sprachen: Schweigt! Tut er uns nicht eben die Dienste, die ihr tut?
    *
    Morgenstern, Christian
    Im Schachspiel offenbart sich durchaus, ob jemand Phantasie und Initiative besitzt oder nicht.
    *
    Morgenstern, Christian
    Man hat vom Schach gesagt, dass das Leben nicht lang genug dazu ist, - aber das ist ein Fehler des Lebens, nicht des Schachs.
    *
    Morgenstern, Christian
    Man soll vor allem groß spielen, im Schach wie im Leben, und nicht wie ein Krämer. Alle Berechnung in Ehren, aber das Entscheidende bleibt stets das Unberechenbare, das Wagnis, das coûte que coûte.
    Informationen über "LaluLa" von Christian Morgenstern finden Sie hier*http://www.elke-rehder.de/christian-...cht-lalula.htm
    *
    *
    Nimzowitsch, Aaron
    Der Freibauer hat für mich eine Seele, genau wie der Mensch, Wünsche, die unerkannt in ihm schlummern, und Befürchtungen, von deren Existenz er selbst kaum ahnt.*
    *
    Papst Johannes Paul II
    Das Schach birgt in sich die tiefen Weisheiten der Völker. Es ist ein wahrhaftiges Ebenbild des Lebens, eine Widerspiegelung des menschlichen Schicksals, die uns den irdischen Leidensweg in Finsternis und ständiger Zeitnot vorgezeichnet hat. Ganz wie im Schach treffen wir auch im Leben auf all mögliche Fallen, Fehler, Verrechnungen, Opfer, auf Könige und Königinnen, Doppelbauern und ungewöhnliche Springerzüge, die vorkommen, kaum dass wir am Brett sitzen.
    *
    Pfeffel, Gottlieb Konrad
    Auf einem Schachbrett stand der Steine bunte Schaar
    Nach Stand und Würden hingepflanzet;
    Der hölzerne Monarch und seine Dame war
    Von Reisigen und Thürmen rund umschanzet.
    Das vollständige Gedicht mit meinen Holzschnitten finden Sie hier*http://www.elke-rehder.de/Pressendru...essendruck.htm
    *
    Philidor, Francois André
    Die Bauern sind die Seele des Schachspiels.
    *
    Roda-Roda, Alexander
    (1872 - 1945) war ein österreichischer Schriftsteller und leidenschaftlicher Schachspieler. Im Schachcafé Stefanie in Münchenwurde er zu seiner Schachhumoreske "Das Pensionistengambit" inspiriert, aus dem hier zwei Zitate folgen:
    Schach ist ein vornehmes Spiel. Ich atme die hocharistokratische Atmosphäre des Schachs gern - der arme Hund freut sich, wenigstens hier auf dem Brett Schiebungen vornehmen zu dürfen mit Bischöfen, Königen und Damen.
    Auf unserem Schachbrett aber? ist ewige Pein. Wir tanzen auf einem Vulkan, mit einem Fuß im Grabe, und über uns an unsichtbarem Faden hängt das Schwert des Damokles. Rechts, links, hüben, drüben ahnt der Partner unermeßliche Abgründe. Der leseste Zug kann den Tod bringen. Mir oder dir?
    *
    Rosegger, Peter (Schriftsteller)
    Wenn die Könige sich raufen, müssen Bauern Haare lassen. Diese Wahrheit kennen alle, die sich mit dem Schach befassen.
    *
    Scheu, Robert (Schriftsteller)
    Im Schach wie im Leben strauchelt sowohl derjenige, der ganz planlos herumirrt als auch derjenige, der allzu feste Vorsätze mitbringt und keinerlei Kompromisse macht.
    *
    Schopenhauer, Arthur (Philosoph)
    Es ist im Leben wie im Schachspiel: Wir entwerfen einen Plan; dieser bleibt jedoch bedingt durch das, was im Schachspiel dem Gegner, im Leben dem Schicksal zu tun belieben wird.
    *
    Tartakower, Savielly
    Der beste Zug im Schach, wie im Leben, ist stets - der gemachte.*
    *
    Tartakower, Savielly
    Arme Menschen! Wie gleicht ihr in allen euren Unternehmungen dem Schachspieler, der die Partie hätte gewinnen können... Jede Schuld rächt sich - am Schachbrett.
    *
    Tolstoi, Leo
    Beim Schach ist darauf zu achten, dass das Wesentliche nicht darin besteht, irgendwelche gewaltsamen, unerwarteten und riskanten Züge zu machen, sondern die Figurenkombination so zu berechnen, dass sie sich langsam und fließend entwickelt.
    *
    Tucholsky, Kurt
    Es gibt nur ein Mittel, im Schachspiel unbesiegt zu bleiben. Spiele nie Schach.*
    *
    Zweig, Arnold
    ..., daß niemand gut daran tut, nach einem verlorenen Schachspiel auf Revanche zu sinnen, bevor er sich nicht über die Gründe klar ist, die zu seinem Matt führten.
    *
    Zweig, Stefan*
    Ich wußte wohl aus eigener Erfahrung um die geheimnisvoole Attraktion des "königlichen Spiels", dieses einzigen unter allen Spielen, die der Mensch ersonnen, das sich souverän jeder Tyranis des Zufalls entzieht und seine Siegespalmen einzig dem Geist oder vielmerh einer bestimmten Form geistiger Begabung zuteilt. Aber macht man sich nicht bereits einer beleidigenden Einschränkung schuldig, indem man Schach ein Spiel nennt? Ist es nicht auch eine Wissenschaft, eine Kunst, schwebend zwischen diesen Kategorien wie der Sarg Mohammeds zwischen Himmel und Erde, eine einmalige Bindung aller Gegensatzpaare; uralt und doch ewig neu, mechanisch in der Anlage und doch nur wirksam durch Phantasie, begrentz in geometrisch starrem Raum und dabei unbegrenzt in seinen Kombinationen, ständig sich entwickelnd und doch steril, ein Denken, das zu nichts führt, eine Mathematik, die nichts errechnet, eine Kunst ohne Werke, eine Architektur ohne Substanz und nichts desto minder erwiesenermaßen dauerhafter in seinem Sein und Dasein als alle Bücher und Werke, das einzige Spiel, das allen Völkern und allen Zeiten zugehört und von dem niemand weiß, welcher Gott es auf die Erde gebracht hat, um die Langeweile zu töten, die Sinne zu schärfen, die Seele zu spannen. Wo ist bei ihm Anfang und wo das Ende? Jedes Kind kann seine ersten Regeln erlernen, jeder Stümper sich in ihm versuchen, und doch vermag es innerhalb dieses unveränderbar engen Quadrats, eine besondere Spezies von Meistern zu erzeugen, unvergleichlich allen andern, Menschen mit einer einzig dem Schach zubestimmten Begabung, spezifische Genies, in denen Vision, Geduld und Technik in einer ebenso genau bestimmten Verteilung wirksam sind wie im Mathematiker, im Dichter, im Musiker, und nur in anderer Schichtung und Bindung.
    ...
    Das Attraktive des Schachs beruht doch im Grunde einzig darin, daß sich seine Strategie in zwei verschiedenen Gehirnen verschieden entwickelt, daß in diesem geistigen Krieg Schwarz die jeweiligen Manöver von Weiß nicht kennt und ständig zu erraten und zu durchkreuzen sucht, während seinerseits wiederum Weiß die geheimen Absichten von Schwarz zu überholen und parieren strebt. Bildeten nun Schwarz und Weiß ein und dieselbe Person, so ergäbe sich der widersinnige Zustand, daß ein und dasselbe Gehirn gleichzeitig etwas wissen und doch nicht wissen sollte, daß es als Partner Weiß funktionierend, auf Kommondo völlig vergessen könnte, was es eine Minute vorher als Partner Schwarz gewollt und beabsichtigt. Ein solches Doppeldenken setzt eigentlich eine vollkommene Spaltung des Bewußtseins voraus, ein beliebiges Auf- und Abblendenkönnen der Gehirnfunktion wie bei einem mechanischen Apparat; gegen sich selbst spielen zu wollen, bedeutet also im Schach eine solche Paradoxie, wie über seinen eigenen Schatten zu springen.
    zwei Zitate aus der Schachnovelle
    Informationen über meine Kunst zur Schachnovelle finden Sie hier*http://www.elke-rehder.de/stefan-zweig.htm
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    Weitere Zitate
    "Schach ist ein Teil der Kultur und wenn die Kultur untergeht, wird auch das Schach untergehen." (Michail Botwinnik)

    "Schach ist ein Reich, wo sich die Phantasie frei entfalten kann." (David Bronstein)

    "Im Schach gewinnt jeder. Hat man Freude am Spiel - und das ist die Hauptsache - ist auch der Verlust einer Partie kein Unglück." (David Bronstein)

    "Schach - die komplizierteste Vergeudung menschlicher Intelligenz, die sich außerhalb einer Werbeagentur nur finden lässt." (Raymond Chandler)

    "Vom Schachspiel hat man gesagt, daß das Leben zu kurz sei, um es zu beherrschen. Aber dies ist ein Fehler des Lebens, nicht des Schachspiels." (Chernev)

    "Der ist wirklich ein überlegener Mann, der einem Schachspiel stillschweigend zusehen kann." (Chinesisches Sprichwort)

    "Schach kann man kurz als angenehme und belebende geistige Übung bezeichnen, mit der man die Leidenschaft zu beherrschen lernt und sich eine Fertigkeit aneignet, die in der Praxis besonders gut verwendbar ist." (Cluley)

    "Es gibt zwei Arten von Leuten, die einen beugen sich den Umständen und spielen Whist, die anderen wollen sie kontrollieren und spielen Schach." (Collins)

    "In zehn Mordfällen gibt es nicht so viele Geheimnisse wie in einer Partie Schach." (Arthur Conan Doyle)

    "Die Schachfiguren sind wie Drucklettern, die Gedanken in eine Form bringen; und obwohl diese Gedanken einen visuellen Eindruck auf dem Schachbrett hinterlassen, äußert sich ihre Schönheit abstrakt, wie in einem Gedicht." (Marcel Duchamp)

    "Ich glaube in der Tat, dass jeder Schachspieler ein Gemisch zweier ästhetischer Vergnügen erfährt: erstens das abstrakte Bild, verwandt mit der poetischen Idee beim Schreiben; zweitens das sinnliche Vergnügen der ideographischen Ausführung dieses Bildes auf den Schachbrettern." (Marcel Duchamp)

    "Nicht jeder Künstler kann Schach spielen, aber alle Schachspieler sind Künstler." (Marcel Duchamp)

    "Schach ist das schnellste Spiel der Welt, weil man in jeder Sekunde Tausende von Gedanken ordnen muss." (Albert Einstein)

    "Schach ist wie ein Gewächshaus, in dem die Früchte eines Charakters besser reifen als im normalen Leben." (Edward Morgan Foster)

    "Das Schachspiel ist nicht bloß eine müßige Unterhaltung. Verschiedene schätzbare und im Laufe des menschlichen Lebens nützliche Eigenschaften des Geistes können dadurch erworben oder gekräftigt werden, so daß sie Gewohnheiten werden, die uns nie im Stich lassen." (Benjamin Franklin)

    "Schach ist ein Medium der weltdurchfahrenden Gewalten: wie Ebbe und Flut folgen Zug auf Zug, wie Tag und Nacht kämpfen Weiß und Schwarz." (Friedrich Gundolf)

    "Das Schachbrett ist die Welt, die Figuren sind die Phänomene des Universums, die Regeln des Spiels sind das was wir als Naturgesetze bezeichnen und der Spieler auf der anderen Seite ist vor uns verborgen." (Thomas Henry Huxley)

    "Schach ist ein See, in dem eine Mücke baden und ein Elefant ertrinken kann." (Indisches Sprichwort)

    "Neben dem intellektuellen Reiz des Schachs ist der erzieherische Wert von Bedeutung. Schach lehrt Logik, Phantasie, Selbstdisziplin und Entschlossenheit." (Garri Kasparow)

    "Eine Schachpartie ist wie ein kompliziertes Bauwerk, der Schachspieler der Architekt. Jeder Zug ist ein Baustein. Eine Blitzpartie oder ein Zeitnotduell ist wie ein Boxkampf; der künstlerische Effekt geht verloren, der Kampf steht im Vordergrund." (Larsen)

    "Die erstaunliche Logik und die mathematische Exaktheit stellen das Schachspiel auf eine Stufe mit jeder exakten Wissenschaft, während Schönheit und Bildhaftigkeit seiner Ausdrucksform im Verein mit künstlerischer Phantasie es in eine Reihe mit allen anderen Künsten rücken läßt." (Gottfried Wilhelm Leibniz)

    "Schach ist eine Übung der Denkfähigkeit und der Erfindungsgabe: Wir müssen nämlich überall dort, wo wir uns der Vernunft bedienen, eine ausgearbeitete Methode zum Erlangen des Ziels haben." (Gottfried Wilhelm Leibniz)

    "Das Schachspiel ist das weitaus schönste und vernünftigste aller Spiele, und Glück und Zufall haben darin keinen Einfluß. Ich versichere, daß es für mich durchaus beschämend und demütigend wäre, wenn es mir nicht gelänge, darin wenigstens mittelmäßige Erfolge zu erringen" (Mme. de Sevigne)

    "Im Schachspiel offenbart sich durchaus, ob jemand Phantasie und Initiative hat oder nicht." (Christian Morgenstern)

    "Im Schachspiel denken wir, weil es uns Freude macht, unsere Denkfähigkeit zu üben, und nicht, um durch das Denken einen außerhalb des Spiels liegenden Zweck zu erreichen. Hier ist das Denken Selbstzweck geworden, weil es einen lustbetonten Charakter angenommen hat." (L. Neymeyer)

    "Schach ist nicht wie das Leben ... es hat Regeln!" (Mark Pasternak)

    "Außer der Philosophie weiß ich kein so gutes Treibmittel des Gehirns, als höchstens Schach und Kaffee." (Jean Paul)

    "Im Leben werden Partien nie so unstrittig gewonnen wie im Spiel; das Spiel gibt uns Genugtuungen, die das Leben versagt." (Jean Paul)

    "Was uns beim Schach Freude macht, das ist im Grunde bei uns allen, bei dem Laien, der in der Opferkombination das Höchste sieht, und beim Kenner, der am meisten die tiefe Partieanlage bewundert, dasselbe, nämlich der Sieg des tiefen, genialen Gedankens über die Nüchternheit, der Sieg der Persönlichkeit über das Triviale." (Richard Reti)

    "Das Schachspiel hat einen hohen selbsterzieherischen Wert, denn wie kein anderes Spiel erweckt es einen starken Ehrgeiz. Dieser aber regt die Selbstbeobachtung an und vermittelt Selbsterkenntnis, welche die Grundlage aller Selbsterziehung bildet." (Paul Schellenberg)

    "Das Schachspiel verlangt dreierlei: Kenntnis der Möglichkeiten, Ahnung der Wahrscheinlichkeiten, Resignation für die Gewißheiten." (Carl Schleich)

    "Eine Schachparti*e ist wie ein Prozeß vor Gericht. Die Spieler sind Staatsanwalt und Verteidiger, die Rollen können im Laufe der Partie mehrfach wechseln." (Schmid)

    "Schach ist ein geistiges Ringen zweier Menschen, von denen jeder dem anderen seinen Willen aufzuzwingen und ihm notfalls den Rücken zu brechen trachtet. Zum Glück wird dieser brutale Aspekt des Schachspiels durch eine entgegengesetzte Zielvorstellung ausgeglichen: das Streben nach Wahrheit und Schönheit." (Schonberg)

    "Es ist im Leben wie im Schachspiel. Wir entwerfen einen Plan; dieser bleibt jedoch bedingt durch das, was im Schachspiel dem Gegner, im Leben dem Schicksal zu tun belieben wird." (Arthur Schopenhauer)

    "Das Schachspiel übertrifft alle anderen Spiele so weit wie der Chimborasso einen Misthaufen." (Arthur Schopenhauer)

    "Schach ist wie das Leben." (Boris Spassky)

    "Schach ist kristallklare Mathematik in Dramenform." (Svenonius)

    "Nicht jeder kann ein Drama schreiben oder eine Brücke bauen, ja es kann nicht einmal jeder einen guten Witz machen. Aber im Schachspiel, da kann, da muß jeder geistig produzieren und dieses erlesenen Genusses teilhaftig werden. Ich habe ein leises Gefühl des Bedauerns für jeden, der das Schachspiel nicht kennt, so wie ich jenen bedauere, der die Liebe nicht kennengelern hat. Das Schachspiel hat wie die Liebe, wie die Musik die Fähigkeit, den Menschen glücklich zu machen." (Siegbert Tarrasch)

    "Viele sind Schachmeister geworden, keiner jedoch Meister des Schachs." (Siegbert Tarrasch)

    "Daß das Schachspiel, diese wunderbare Gabe aus dem Morgenlande, nicht nur das edelste und schönste aller Spiele ist, sondern, auch an der Grenze von Spiel, Kunst und Wissenschaft stehend, zu den größten geistigen Genüssen gehört, diese Behauptung wird jeder Schachspieler gerne bestätigen." (Siegbert Tarrasch)

    "Jeder leidlich begabte Spieler, er braucht keineswegs hervorragend veranlagt zu sein, kann es zum Meister bringen. Aber das ist ja auch gar nicht nötig! Der richtige Standpunkt ist es, zu seinem Vergnügen zu spielen, und man glaube nicht, daß der Genuß proportional dem Können sei." (Siegbert Tarrasch)

    "Ich bedauere jeden, der das Schachspiel nicht kennt. Bringt es schon dem Lernenden Freude, so führt es den Kenner zu hohem Genuß." (Leo Tolstoi)

    "Schach ist dem Wesen nach ein Spiel, der Form nach eine Kunst, der Darstellung nach eine Wissenschaft." (von der Lasa)

    "Die Natur hat uns das Schachbrett gegeben, aus dem wir nicht hinauswirken können, noch wollen; sie hat uns die Steine geschnitzt, deren Wert, Bewegung und Vermögen nach und nach bekannt werden; nun ist es an uns, Züge zu tun, von denen wir uns Gewinn versprechen." (Johann Wolfgang von Goethe)

    "Dies Spiel ist ein Probierstein des Gehirns." (Johann Wolfgang von Goethe)

    "Ich bin überzeugt, daß das Schach vermöge seiner Tiefe und Unerschöpflichkeit einer fortwährenden Entwicklung fähig ist, daß hier Gesetze walten, die noch nicht erkannt sind, daß es hier Wege gibt, deren Verästelungen wir bloß ahnen und daß hier Möglichkeiten vorliegen, deren Ergründung uns noch sehr viel zu schaffen geben wird." (L. Wekerle)

    "Schach ist eine schreckliche Passion. Willst Du jemanden zerstören, so lehre ihn Schach. Politiker regieren nicht mehr, Väter kümmern sich nicht mehr um die Familie" (H.G. Wells)

    "Schach ist Sport." (Willi Weyer)

  13. #13
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    AW: Schach politisch korrekt

    Liebe Schachfreunde,

    nachfolgend von der Homepage von Elke Rehder mehr zum Thema Schach. Macht Euch bitte selbst ein Bild davon, anhand der vielen Zitate, was andere bekannte Namen über das Schach zu sagen haben. Fernab der Gewalt- und Kriegstheorien macher Leute. Kurz und bündig hat es wohl Goethe einst auf den Punkt gebracht: „ Dies Spiel ist ein Probierstein des Gehirns.“ Nicht mehr und nicht weniger. Auch Einstein soll in diesen Schachzitaten noch einmal zu Wort kommen. Viel Spaß!


    Schachzitate
    Anfang Januar 2009 amüsierte ich mich köstlich mit dem Buch von Walter Slezak "Mein Magen geht fremd" (Piper Verlag München 1977). Dabei ging es nicht nur um Kulinarisches sondern auch um Schach, wie Ihnen das nachfolgende Zitat vermittelt:
    Wenn man sich darüber klar ist, dass ein Schachbrett vierundsechzig Felder und zweiunddreißig Figuren hat und dass es, nachdem die ersten vier Züge von Weiß und Schwarz gespielt sind, bereits über zwei Millionen Varianten gibt, in denen man die Schachfiguren bewegen kann, wenn man sich darüber klar ist, dass wir in unsrer wundersamen Welt Millionen essbare Pflanzen und Tiere haben und ebenso viele Arten sie zuzubereiten, wird man von dem Neuland, das noch nicht erforscht ist, überwältigt sein.
    *
    Nachfolgend zeige ich eine Auswahl von Einblattdrucken der ELKE REHDER PRESSE. Der Text wurde wie zu Gutenbergs Zeiten im Buchdruck gedruckt. Dazu habe ich einen Farbholzschnitt von mehreren Druckstöcken gedruckt. Die Einblattdrucke gibt es in der ELKE REHDER PRESSE in einer kleinen nummerierten und signierten Auflage.
    *
    Heinrich Heine
    "Ich bin ein wahnsinniger Schachspieler: Schon beim ersten Stein habe ich die Königin verloren, und doch spiel ich noch und spiele - um die Königin. Soll ich weiterspielen?"
    (Zitat aus einem Brief Heines an seinen Freund Christian Sethe vom 27. Oktober 1816)

    *
    Ernst Jünger
    "Das Schachspiel hat den Vorzug, dass geistige Macht so unwiderleglich bezeugt wird wie auf keinem anderen Feld, und zwar durch eine Reihe von Vorweisungen, die nur durch andere Vorweisungen bestritten werden können - so hält es die Mitte zwischen dem Disput und der strategischen Aktion. Vom Disput unterscheidet es sich dadurch, dass jedem Zug eine unbezweifelbare Realität innewohnt. Es gibt, auch wenn sie nicht gefunden wird, die beste Erwiderung, die, wie ein Richtspruch, nicht der Zustimmung des Gegners bedarf. Diese Realität ist andererseits den materiellen Schwierigkeiten und Zufällen entzogen, mit denen der Stratege zu rechnen hat. Man möchte meinen, dass die Ersinnung eines solchen Spieles das menschliche Vermögen überschreite und dass es Zeiten entstamme, in denen Götter mit uns Umgang hielten und bei uns einkehrten. Irgendwo im Universum könnte um Reiche und Länder oder um Sterne gespielt werden, die Figuren könnten Heere bedeuten - doch bliebe nur das Bedeutende, der Schicksalszug in seinem schwerelosen, unerschütterlichen Wandel, gleichviel ob es um Nüsse oder Königreiche geht. Das Spiel gibt eine Ahnung von dem, was an ganz anderen Orten, was unter Geistern, ja was in fremden Welten möglich ist."
    (Zitat von Ernst Jünger aus dem Buch "Rehburger Reminiszenzen", Elke Rehder Presse 1998)

    Stefan Zweig
    "Und da ich nichts anderes hatte als dies unsinnige Spiel gegen mich selbst, fuhr meine Wut, meine Rachelust fanatisch in dieses Spiel hinein. Etwas in mir wollte Recht behalten, und ich hatte doch nur dieses andere Ich in mir, das ich bekämpfen konnte; so steigerte ich mich während des Spiels in eine fast manische Erregung."

    (Textpassage aus der "Schachnovelle" von Stefan Zweig; Beschreibung des unmöglichen Versuches, gegen sich selbst zu spielen.)
    *

    Mehr Information über meine Einblattdrucke mit den Zitaten finden Sie hier*http://www.elke-rehder.de/Holzschnitte.htm

    Informationen über den Druck dieser Einblattdrucke finden Sie hier*http://www.elke-rehder.de/druckwerkstatt.htm
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    Weitere Schachzitate von
    *
    Aljechin, Alexander
    Mit Hilfe des Schachs formte ich meinen Charakter. Das Schachspiel lehrt vor allem, objektiv zu sein. Man kann nur dann ein großer Meister werden, wenn man sich seiner Fehler und Mängel bewusst wird - ist das nicht ganz so wie im Leben?
    *
    Arrabal, Fernando
    Schach und Theater - das sind die Künste der Dissidenten, der Mystiker und Andersgläubigen, der Libertären und Propheten, der Fischers und Ionescos, Morphys und Kortschnojs.
    *
    Brecht, Bertolt (Leben des Galilei)
    Galilei zu den schachspielenden Sekretären: Wie könnt ihr noch immer das alte Schach spielen? Eng, eng. Jetzt spielt man doch so, dass die größeren Figuren über alle Felder gehen. Der Turm so - er zeigt es - und der Läufer so - und die Dame so und so. Da hat man Raum und kann Pläne machen.
    Der eine Sekretär: Das entspricht nicht unseren kleinen Gehältern, wissen Sie. Wir können nur solche Sprünge machen. Er zieht einen kleinen Zug.
    Galilei: Umgekehrt, mein Guter, umgekehrt! Wer auf großem Fuß lebt, dem bezahlen sie auch den größten Stiefel! Man muss mit der Zeit gehen, meine Herren. Nicht an den Küsten lang, einmal muss man ausfahren.
    *
    Cervantes, Miguel
    Das Leben ist eine Partie Schach.
    *

    Duchamp, Marcel
    Ich glaube in der Tat, dass jeder Schachspieler ein Gemisch zweier ästhetischer Vergnügen erfährt: erstens das abstrakte Bild, verwandt mit der poetischen Idee beim Schreiben; zweitens das sinnliche Vergnügen der ideographischen Ausführung dieses Bildes auf den Schachbrettern. - Wenn auch nicht alle Künstler Schachspieler sind, so sind doch alle Schachspieler Künstler.
    *
    Duchamp, Marcel
    Ich ziehe Schach vor. Da können die Menschen leidenschaftlich dabei sein, obwohl die Eröffnungstricks und der geistige Aufwand genauso sinnlos sind wie das Leben selber.
    *
    Estor, Johann Georg*Jurist, 1699 - 1773, aus: deutsche Rechtsgelahrtheit Frankfurt 1767
    Das Schachspiel ist so nöthig als das Brotessen, um auf alle Fälle gewieget zu werden.
    *
    Fine, Reuben (Schachspieler USA, Psychoanalytiker)
    Die wichtigste Gabe, die ein großer Schachspieler haben muss, ist meiner Meinung nach eine üppige Phantasie. Er muss in der Lage sein, sich aus der Welt aufdringlicher Realitäten in einen Bereich seltsamer Gestalten und Formen zurückzuziehen, die er miteinander kombiniert, um neue, nie da gewesene Situationen zu schaffen.
    *
    Flaubert, Gustave
    Schach -*Zu ernsthaft für ein Spiel, zu seicht als Wissenschaft.*
    *
    Goethe, Johann Wolfgang von
    Die Natur hat uns das Schachbrett gegeben, aus dem wir nicht hinauswirken können, noch wollen, sie hat uns Steine geschnitzt, deren Wert, Bewegung und Vermögen nach und nach bekannt werden; nun ist es an uns, Züge zu tun, von denen wir uns Gewinn versprechen.
    *
    Green, Julien (Schriftsteller)
    Der Furchtsame im Leben wird auch im Schach furchtsam sein, der Draufgänger im Leben sich auch im Schach auf den König stürzen.
    *
    Groß, Johannes (Journalist)
    Schach ist ein höfliches, ritterliches Spiel. Der König kann verfolgt, bedroht, schließlich mattgesetzt, aber nicht geschlagen und des Feldes verwiesen werden. Demokratischem Empfinden ist es fremd, dass das Oberhaupt des besiegten Gegners geschont werden soll.
    *
    Hesse, Christian (Mathematiker)
    Trotz der Begrenzung des Spielplatzes auf 64 Felder und nur weniger klarer und übersichtlicher Zugregeln ist es in einer ans wunderbare grenzenden Weise komplex und so vielschichtig, dass es in symbolischer Form Grundaspekte der menschlichen Existenz widerzuspiegeln vermag. Schach ist eine geistige Kampfsportart und gleichzeitig ein Resonanzboden für Ästhetik, Leidenschaft und intellektuelles Heldentum, ein ganzes Königreich voller Ideen, Emotionen, Imaginationen, von einmaligen Einblicken, links- und rechtshemisphärischer Denkaktivität, von gebündelter Kreativität und wunderbarer Harmonie zwischen logischen und paradoxen Elementen.
    *
    Huxley, Thomas Henry (Schriftsteller)
    Das Schachbrett ist die Welt. Die Steine sind die Erscheinungen im Weltall, und die Spielregeln heißen Naturgesetze. Unser Gegenspieler bleibt uns verborgen. Wir wissen nur, dass sein Spiel immer zweckmäßig, geduldig und korrekt ist. Wir wissen aber auch, dass er zu unseren Gunsten niemals einen Fehler übersehen oder das geringste Zugeständnis an unsere Unkenntnis machen wird. Dem Menschen, der gut spielt und seine Stellungen am besten ausnützt, wird mit einer Art überschwänglicher Großmut der Lohn für seine Gewandtheit zugeteilt. Derjenige aber, der Fehler auf Fehler häuft, wird erbarmungslos mattgesetzt - ohne Eile, aber auch ohne Schonung ...
    *
    Ibn el-'Habarijje (arabischer Dichter des 11. Jahrhunderts)
    Der Bauer wird im Schach zwar oft zur Königin,
    Doch durch den Bauer wird gar oft auch diese hin.
    und
    Wenn auf dem Schahbrett Bauern zu Wesiren werden,*
    So sind dafür Wesire Bauern hier auf Erden.
    Wesir = Berater des Königs (die Dame)
    *
    Indischer Spruch
    Meide die Ignoranten!
    Sie wissen nicht, daß sie schwach spielen.
    Hilf den Einsichtigen!
    Sie wissen, daß sie schwach spielen.
    Achte die Bescheidenen!
    Sie wissen nicht, daß sie stark spielen.
    Folge den Schachweisen!
    Sie wissen, daß sie stark spielen.
    *
    Kant, Hermann* (Schriftsteller)
    kurzes Zitat aus seiner Erzählung "Die Schlacht"
    Sie wissen ja, wie das ist, wenn man zuviel gespielt hat, man denkt nur noch in Schach: das karierte Hemd eines Vordermannes beschwört die Vision eines wunderbaren indischen Gambits herauf, die Gedanken bewegen sich nur noch im Rösselsprung, und beobachtet man, wie zwei Leute aneinander vorübergehen, so sagt es im Hinterkopf: Rochade.
    *
    Kennan, George F. (Historiker)
    Mancher, der sich für einen Schachspieler der Weltpolitik hält, ist in Wirklichkeit bloß eine Schachfigur.
    *
    Klaus, Georg
    (1912 - 1974) war ein deutscher Philosoph, Schachspieler und Schachfunktionär. Die folgenden drei kurzen Zitate stammen aus der Erzählung "Erlebte Schachnovelle"
    Das Schachspiel ist ein Bestandteil der gesamten Menschheitskultur und kann aus ihr nicht mehr weggedacht werden. Es erfordert künstlerische Gestaltungskraft und - um mit Hegel zu sprechen - die Anstrengung des Begriffs. Schach ist Einheit von Theorie und Praxis.
    *
    Kramnik,Wladimir
    Kunst und Schach sind nur verschiedene Felder, in denen dieselbe Poesie Ausdruck findet.
    *
    Kraus, Karl (Schauspieler)
    Diplomatie ist ein Schachspiel, bei dem die Völker matt gesetzt werden.
    *
    Lasker, Emanuel
    Seit undenklichen Zeiten sind die Kampfspiele Lehrmeister des Menschen gewesen. Lange schon, bevor es auch nur eine Spur von wissenschaftlichem Denken gab, lernte der Mensch planvolles Handeln im Spiel. Das höchste aller dieser Spiele ist das Schach.
    *
    Lasker, Emanuel
    Im Leben werden die Partien nie so unbestritten gewonnen wie im Spiel; das Spiel gibt uns Genugtuungen, die das Leben versagt.
    *
    Lasker, Emanuel
    Figuren entwickeln und sehen, dass sie wirken, sodann Vertrauen auf die Zukunft, das ist ein guter Spruch, nicht bloß für den Schachspieler.
    *
    Leibniz, Gottfried Wilhelm
    Die erstaunliche Logik und die mathematische Exaktheit stellen das Schachspiel auf eine Stufe mit jeder exakten Wissenschaft, während Schönheit und Bildhaftigkeit seiner Ausdrucksform in Verbindung mit künstlerischer Phantasie es in einer Reihe mit allen anderen Künsten rücken lässt.
    *
    Lenin (Wladimir Iljitsch Uljanow)
    "Schach ist Gymnastik für den Geist."
    und
    "Schach ist allzu interessant, deshalb habe ich es aufgegeben."
    Der Philosoph Georg Klaus sagt zu diesem dialektischen Widerspruch einem Zitat von Lessing folgend:*"Schach ist zu ernst, um bloßes Spiel zu sein, und es ist zu sehr Spiel, um alzu intensive Beschäftigung mit ihm zu rechtfertigen."
    *
    Lessing, Gotthold Ephraim
    Das Schach ist für das Spiel zu ernst, für den Ernst zuviel Spaß.
    *
    Lessing, Gottholt Ephraim
    Zwei Knaben wollten Schach ziehen. Weil ihnen ein Springer fehlte, so machten sie einen überflüssigen Bauern durch ein Merkzeichen dazu.
    Ei, riefen die anderen Springer, woher Herr, Schritt vor Schritt?
    Die Knaben hörten die Spötterei und sprachen: Schweigt! Tut er uns nicht eben die Dienste, die ihr tut?
    *
    Morgenstern, Christian
    Im Schachspiel offenbart sich durchaus, ob jemand Phantasie und Initiative besitzt oder nicht.
    *
    Morgenstern, Christian
    Man hat vom Schach gesagt, dass das Leben nicht lang genug dazu ist, - aber das ist ein Fehler des Lebens, nicht des Schachs.
    *
    Morgenstern, Christian
    Man soll vor allem groß spielen, im Schach wie im Leben, und nicht wie ein Krämer. Alle Berechnung in Ehren, aber das Entscheidende bleibt stets das Unberechenbare, das Wagnis, das coûte que coûte.
    Informationen über "LaluLa" von Christian Morgenstern finden Sie hier*http://www.elke-rehder.de/christian-...cht-lalula.htm
    *
    *
    Nimzowitsch, Aaron
    Der Freibauer hat für mich eine Seele, genau wie der Mensch, Wünsche, die unerkannt in ihm schlummern, und Befürchtungen, von deren Existenz er selbst kaum ahnt.*
    *
    Papst Johannes Paul II
    Das Schach birgt in sich die tiefen Weisheiten der Völker. Es ist ein wahrhaftiges Ebenbild des Lebens, eine Widerspiegelung des menschlichen Schicksals, die uns den irdischen Leidensweg in Finsternis und ständiger Zeitnot vorgezeichnet hat. Ganz wie im Schach treffen wir auch im Leben auf all mögliche Fallen, Fehler, Verrechnungen, Opfer, auf Könige und Königinnen, Doppelbauern und ungewöhnliche Springerzüge, die vorkommen, kaum dass wir am Brett sitzen.
    *
    Pfeffel, Gottlieb Konrad
    Auf einem Schachbrett stand der Steine bunte Schaar
    Nach Stand und Würden hingepflanzet;
    Der hölzerne Monarch und seine Dame war
    Von Reisigen und Thürmen rund umschanzet.
    Das vollständige Gedicht mit meinen Holzschnitten finden Sie hier*http://www.elke-rehder.de/Pressendru...essendruck.htm
    *
    Philidor, Francois André
    Die Bauern sind die Seele des Schachspiels.
    *
    Roda-Roda, Alexander
    (1872 - 1945) war ein österreichischer Schriftsteller und leidenschaftlicher Schachspieler. Im Schachcafé Stefanie in Münchenwurde er zu seiner Schachhumoreske "Das Pensionistengambit" inspiriert, aus dem hier zwei Zitate folgen:
    Schach ist ein vornehmes Spiel. Ich atme die hocharistokratische Atmosphäre des Schachs gern - der arme Hund freut sich, wenigstens hier auf dem Brett Schiebungen vornehmen zu dürfen mit Bischöfen, Königen und Damen.
    Auf unserem Schachbrett aber? ist ewige Pein. Wir tanzen auf einem Vulkan, mit einem Fuß im Grabe, und über uns an unsichtbarem Faden hängt das Schwert des Damokles. Rechts, links, hüben, drüben ahnt der Partner unermeßliche Abgründe. Der leseste Zug kann den Tod bringen. Mir oder dir?
    *
    Rosegger, Peter (Schriftsteller)
    Wenn die Könige sich raufen, müssen Bauern Haare lassen. Diese Wahrheit kennen alle, die sich mit dem Schach befassen.
    *
    Scheu, Robert (Schriftsteller)
    Im Schach wie im Leben strauchelt sowohl derjenige, der ganz planlos herumirrt als auch derjenige, der allzu feste Vorsätze mitbringt und keinerlei Kompromisse macht.
    *
    Schopenhauer, Arthur (Philosoph)
    Es ist im Leben wie im Schachspiel: Wir entwerfen einen Plan; dieser bleibt jedoch bedingt durch das, was im Schachspiel dem Gegner, im Leben dem Schicksal zu tun belieben wird.
    *
    Tartakower, Savielly
    Der beste Zug im Schach, wie im Leben, ist stets - der gemachte.*
    *
    Tartakower, Savielly
    Arme Menschen! Wie gleicht ihr in allen euren Unternehmungen dem Schachspieler, der die Partie hätte gewinnen können... Jede Schuld rächt sich - am Schachbrett.
    *
    Tolstoi, Leo
    Beim Schach ist darauf zu achten, dass das Wesentliche nicht darin besteht, irgendwelche gewaltsamen, unerwarteten und riskanten Züge zu machen, sondern die Figurenkombination so zu berechnen, dass sie sich langsam und fließend entwickelt.
    *
    Tucholsky, Kurt
    Es gibt nur ein Mittel, im Schachspiel unbesiegt zu bleiben. Spiele nie Schach.*
    *
    Zweig, Arnold
    ..., daß niemand gut daran tut, nach einem verlorenen Schachspiel auf Revanche zu sinnen, bevor er sich nicht über die Gründe klar ist, die zu seinem Matt führten.
    *
    Zweig, Stefan*
    Ich wußte wohl aus eigener Erfahrung um die geheimnisvoole Attraktion des "königlichen Spiels", dieses einzigen unter allen Spielen, die der Mensch ersonnen, das sich souverän jeder Tyranis des Zufalls entzieht und seine Siegespalmen einzig dem Geist oder vielmerh einer bestimmten Form geistiger Begabung zuteilt. Aber macht man sich nicht bereits einer beleidigenden Einschränkung schuldig, indem man Schach ein Spiel nennt? Ist es nicht auch eine Wissenschaft, eine Kunst, schwebend zwischen diesen Kategorien wie der Sarg Mohammeds zwischen Himmel und Erde, eine einmalige Bindung aller Gegensatzpaare; uralt und doch ewig neu, mechanisch in der Anlage und doch nur wirksam durch Phantasie, begrentz in geometrisch starrem Raum und dabei unbegrenzt in seinen Kombinationen, ständig sich entwickelnd und doch steril, ein Denken, das zu nichts führt, eine Mathematik, die nichts errechnet, eine Kunst ohne Werke, eine Architektur ohne Substanz und nichts desto minder erwiesenermaßen dauerhafter in seinem Sein und Dasein als alle Bücher und Werke, das einzige Spiel, das allen Völkern und allen Zeiten zugehört und von dem niemand weiß, welcher Gott es auf die Erde gebracht hat, um die Langeweile zu töten, die Sinne zu schärfen, die Seele zu spannen. Wo ist bei ihm Anfang und wo das Ende? Jedes Kind kann seine ersten Regeln erlernen, jeder Stümper sich in ihm versuchen, und doch vermag es innerhalb dieses unveränderbar engen Quadrats, eine besondere Spezies von Meistern zu erzeugen, unvergleichlich allen andern, Menschen mit einer einzig dem Schach zubestimmten Begabung, spezifische Genies, in denen Vision, Geduld und Technik in einer ebenso genau bestimmten Verteilung wirksam sind wie im Mathematiker, im Dichter, im Musiker, und nur in anderer Schichtung und Bindung.
    ...
    Das Attraktive des Schachs beruht doch im Grunde einzig darin, daß sich seine Strategie in zwei verschiedenen Gehirnen verschieden entwickelt, daß in diesem geistigen Krieg Schwarz die jeweiligen Manöver von Weiß nicht kennt und ständig zu erraten und zu durchkreuzen sucht, während seinerseits wiederum Weiß die geheimen Absichten von Schwarz zu überholen und parieren strebt. Bildeten nun Schwarz und Weiß ein und dieselbe Person, so ergäbe sich der widersinnige Zustand, daß ein und dasselbe Gehirn gleichzeitig etwas wissen und doch nicht wissen sollte, daß es als Partner Weiß funktionierend, auf Kommondo völlig vergessen könnte, was es eine Minute vorher als Partner Schwarz gewollt und beabsichtigt. Ein solches Doppeldenken setzt eigentlich eine vollkommene Spaltung des Bewußtseins voraus, ein beliebiges Auf- und Abblendenkönnen der Gehirnfunktion wie bei einem mechanischen Apparat; gegen sich selbst spielen zu wollen, bedeutet also im Schach eine solche Paradoxie, wie über seinen eigenen Schatten zu springen.
    zwei Zitate aus der Schachnovelle
    Informationen über meine Kunst zur Schachnovelle finden Sie hier*http://www.elke-rehder.de/stefan-zweig.htm
    *
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    Weitere Zitate
    "Schach ist ein Teil der Kultur und wenn die Kultur untergeht, wird auch das Schach untergehen." (Michail Botwinnik)

    "Schach ist ein Reich, wo sich die Phantasie frei entfalten kann." (David Bronstein)

    "Im Schach gewinnt jeder. Hat man Freude am Spiel - und das ist die Hauptsache - ist auch der Verlust einer Partie kein Unglück." (David Bronstein)

    "Schach - die komplizierteste Vergeudung menschlicher Intelligenz, die sich außerhalb einer Werbeagentur nur finden lässt." (Raymond Chandler)

    "Vom Schachspiel hat man gesagt, daß das Leben zu kurz sei, um es zu beherrschen. Aber dies ist ein Fehler des Lebens, nicht des Schachspiels." (Chernev)

    "Der ist wirklich ein überlegener Mann, der einem Schachspiel stillschweigend zusehen kann." (Chinesisches Sprichwort)

    "Schach kann man kurz als angenehme und belebende geistige Übung bezeichnen, mit der man die Leidenschaft zu beherrschen lernt und sich eine Fertigkeit aneignet, die in der Praxis besonders gut verwendbar ist." (Cluley)

    "Es gibt zwei Arten von Leuten, die einen beugen sich den Umständen und spielen Whist, die anderen wollen sie kontrollieren und spielen Schach." (Collins)

    "In zehn Mordfällen gibt es nicht so viele Geheimnisse wie in einer Partie Schach." (Arthur Conan Doyle)

    "Die Schachfiguren sind wie Drucklettern, die Gedanken in eine Form bringen; und obwohl diese Gedanken einen visuellen Eindruck auf dem Schachbrett hinterlassen, äußert sich ihre Schönheit abstrakt, wie in einem Gedicht." (Marcel Duchamp)

    "Ich glaube in der Tat, dass jeder Schachspieler ein Gemisch zweier ästhetischer Vergnügen erfährt: erstens das abstrakte Bild, verwandt mit der poetischen Idee beim Schreiben; zweitens das sinnliche Vergnügen der ideographischen Ausführung dieses Bildes auf den Schachbrettern." (Marcel Duchamp)

    "Nicht jeder Künstler kann Schach spielen, aber alle Schachspieler sind Künstler." (Marcel Duchamp)

    "Schach ist das schnellste Spiel der Welt, weil man in jeder Sekunde Tausende von Gedanken ordnen muss." (Albert Einstein)

    "Schach ist wie ein Gewächshaus, in dem die Früchte eines Charakters besser reifen als im normalen Leben." (Edward Morgan Foster)

    "Das Schachspiel ist nicht bloß eine müßige Unterhaltung. Verschiedene schätzbare und im Laufe des menschlichen Lebens nützliche Eigenschaften des Geistes können dadurch erworben oder gekräftigt werden, so daß sie Gewohnheiten werden, die uns nie im Stich lassen." (Benjamin Franklin)

    "Schach ist ein Medium der weltdurchfahrenden Gewalten: wie Ebbe und Flut folgen Zug auf Zug, wie Tag und Nacht kämpfen Weiß und Schwarz." (Friedrich Gundolf)

    "Das Schachbrett ist die Welt, die Figuren sind die Phänomene des Universums, die Regeln des Spiels sind das was wir als Naturgesetze bezeichnen und der Spieler auf der anderen Seite ist vor uns verborgen." (Thomas Henry Huxley)

    "Schach ist ein See, in dem eine Mücke baden und ein Elefant ertrinken kann." (Indisches Sprichwort)

    "Neben dem intellektuellen Reiz des Schachs ist der erzieherische Wert von Bedeutung. Schach lehrt Logik, Phantasie, Selbstdisziplin und Entschlossenheit." (Garri Kasparow)

    "Eine Schachpartie ist wie ein kompliziertes Bauwerk, der Schachspieler der Architekt. Jeder Zug ist ein Baustein. Eine Blitzpartie oder ein Zeitnotduell ist wie ein Boxkampf; der künstlerische Effekt geht verloren, der Kampf steht im Vordergrund." (Larsen)

    "Die erstaunliche Logik und die mathematische Exaktheit stellen das Schachspiel auf eine Stufe mit jeder exakten Wissenschaft, während Schönheit und Bildhaftigkeit seiner Ausdrucksform im Verein mit künstlerischer Phantasie es in eine Reihe mit allen anderen Künsten rücken läßt." (Gottfried Wilhelm Leibniz)

    "Schach ist eine Übung der Denkfähigkeit und der Erfindungsgabe: Wir müssen nämlich überall dort, wo wir uns der Vernunft bedienen, eine ausgearbeitete Methode zum Erlangen des Ziels haben." (Gottfried Wilhelm Leibniz)

    "Das Schachspiel ist das weitaus schönste und vernünftigste aller Spiele, und Glück und Zufall haben darin keinen Einfluß. Ich versichere, daß es für mich durchaus beschämend und demütigend wäre, wenn es mir nicht gelänge, darin wenigstens mittelmäßige Erfolge zu erringen" (Mme. de Sevigne)

    "Im Schachspiel offenbart sich durchaus, ob jemand Phantasie und Initiative hat oder nicht." (Christian Morgenstern)

    "Im Schachspiel denken wir, weil es uns Freude macht, unsere Denkfähigkeit zu üben, und nicht, um durch das Denken einen außerhalb des Spiels liegenden Zweck zu erreichen. Hier ist das Denken Selbstzweck geworden, weil es einen lustbetonten Charakter angenommen hat." (L. Neymeyer)

    "Schach ist nicht wie das Leben ... es hat Regeln!" (Mark Pasternak)

    "Außer der Philosophie weiß ich kein so gutes Treibmittel des Gehirns, als höchstens Schach und Kaffee." (Jean Paul)

    "Im Leben werden Partien nie so unstrittig gewonnen wie im Spiel; das Spiel gibt uns Genugtuungen, die das Leben versagt." (Jean Paul)

    "Was uns beim Schach Freude macht, das ist im Grunde bei uns allen, bei dem Laien, der in der Opferkombination das Höchste sieht, und beim Kenner, der am meisten die tiefe Partieanlage bewundert, dasselbe, nämlich der Sieg des tiefen, genialen Gedankens über die Nüchternheit, der Sieg der Persönlichkeit über das Triviale." (Richard Reti)

    "Das Schachspiel hat einen hohen selbsterzieherischen Wert, denn wie kein anderes Spiel erweckt es einen starken Ehrgeiz. Dieser aber regt die Selbstbeobachtung an und vermittelt Selbsterkenntnis, welche die Grundlage aller Selbsterziehung bildet." (Paul Schellenberg)

    "Das Schachspiel verlangt dreierlei: Kenntnis der Möglichkeiten, Ahnung der Wahrscheinlichkeiten, Resignation für die Gewißheiten." (Carl Schleich)

    "Eine Schachparti*e ist wie ein Prozeß vor Gericht. Die Spieler sind Staatsanwalt und Verteidiger, die Rollen können im Laufe der Partie mehrfach wechseln." (Schmid)

    "Schach ist ein geistiges Ringen zweier Menschen, von denen jeder dem anderen seinen Willen aufzuzwingen und ihm notfalls den Rücken zu brechen trachtet. Zum Glück wird dieser brutale Aspekt des Schachspiels durch eine entgegengesetzte Zielvorstellung ausgeglichen: das Streben nach Wahrheit und Schönheit." (Schonberg)

    "Es ist im Leben wie im Schachspiel. Wir entwerfen einen Plan; dieser bleibt jedoch bedingt durch das, was im Schachspiel dem Gegner, im Leben dem Schicksal zu tun belieben wird." (Arthur Schopenhauer)

    "Das Schachspiel übertrifft alle anderen Spiele so weit wie der Chimborasso einen Misthaufen." (Arthur Schopenhauer)

    "Schach ist wie das Leben." (Boris Spassky)

    "Schach ist kristallklare Mathematik in Dramenform." (Svenonius)

    "Nicht jeder kann ein Drama schreiben oder eine Brücke bauen, ja es kann nicht einmal jeder einen guten Witz machen. Aber im Schachspiel, da kann, da muß jeder geistig produzieren und dieses erlesenen Genusses teilhaftig werden. Ich habe ein leises Gefühl des Bedauerns für jeden, der das Schachspiel nicht kennt, so wie ich jenen bedauere, der die Liebe nicht kennengelern hat. Das Schachspiel hat wie die Liebe, wie die Musik die Fähigkeit, den Menschen glücklich zu machen." (Siegbert Tarrasch)

    "Viele sind Schachmeister geworden, keiner jedoch Meister des Schachs." (Siegbert Tarrasch)

    "Daß das Schachspiel, diese wunderbare Gabe aus dem Morgenlande, nicht nur das edelste und schönste aller Spiele ist, sondern, auch an der Grenze von Spiel, Kunst und Wissenschaft stehend, zu den größten geistigen Genüssen gehört, diese Behauptung wird jeder Schachspieler gerne bestätigen." (Siegbert Tarrasch)

    "Jeder leidlich begabte Spieler, er braucht keineswegs hervorragend veranlagt zu sein, kann es zum Meister bringen. Aber das ist ja auch gar nicht nötig! Der richtige Standpunkt ist es, zu seinem Vergnügen zu spielen, und man glaube nicht, daß der Genuß proportional dem Können sei." (Siegbert Tarrasch)

    "Ich bedauere jeden, der das Schachspiel nicht kennt. Bringt es schon dem Lernenden Freude, so führt es den Kenner zu hohem Genuß." (Leo Tolstoi)

    "Schach ist dem Wesen nach ein Spiel, der Form nach eine Kunst, der Darstellung nach eine Wissenschaft." (von der Lasa)

    "Die Natur hat uns das Schachbrett gegeben, aus dem wir nicht hinauswirken können, noch wollen; sie hat uns die Steine geschnitzt, deren Wert, Bewegung und Vermögen nach und nach bekannt werden; nun ist es an uns, Züge zu tun, von denen wir uns Gewinn versprechen." (Johann Wolfgang von Goethe)

    "Dies Spiel ist ein Probierstein des Gehirns." (Johann Wolfgang von Goethe)

    "Ich bin überzeugt, daß das Schach vermöge seiner Tiefe und Unerschöpflichkeit einer fortwährenden Entwicklung fähig ist, daß hier Gesetze walten, die noch nicht erkannt sind, daß es hier Wege gibt, deren Verästelungen wir bloß ahnen und daß hier Möglichkeiten vorliegen, deren Ergründung uns noch sehr viel zu schaffen geben wird." (L. Wekerle)

    "Schach ist eine schreckliche Passion. Willst Du jemanden zerstören, so lehre ihn Schach. Politiker regieren nicht mehr, Väter kümmern sich nicht mehr um die Familie" (H.G. Wells)

    "Schach ist Sport." (Willi Weyer)

  14. #14
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    AW: Schach politisch korrekt

    Mich wurde interessieren, ob sie das Monopoly Spiel als weniger aggressiv ansieht.
    Zu Unrecht ist der Pinguin als Haustier bisher stark im Hintertreffen. Sein aufrechter Charakter und nicht zuletzt seine tadeligen Umgangsformen lassen ihn besonders im Winter als idealen Genossen bürgerlicher Häuslichkeit erscheinen. (Loriot)

  15. #15
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    Avatar von Birliban
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    AW: Schach politisch korrekt

    Nö, die hat jetzt sicher ganz andere Sorgen und Hobbys und spielt in ihrer Freizeit "Russisches Roulette".

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