Rustam Kamsky, der Vater des FIDE-WM Finalisten von 1996, Gata Kamsky (er verlor gegen Karpov), war lange das Schreckgespenst der FIDE und der Turnierveranstalter. Unzählige Verbote, das Turniergelände zu betreten, begleiteten seine Vater-Karriere. Im Prinzip trieb er alle Verhaltensweisen von „Übervätern“ von Wunderkindern, die ihre Erwartungen in das Kind hineinprojizieren und deren Kritik hierzulande zum Gemeinschaftskonsens gehört, bis zum Exzess. Sein durchgesetztes Verlangen, daß sein Sohn alles andere dem Schach unterordnet, erinnert an Laszlo Polgar, seine Methoden waren aber unendlich brutaler. In der Literatur wurde solch ein Verhalten in einem sehr schönen Drama des Expressionismus verarbeitet, in dem Drama der Sohn von Walter Hasenclever, das 1913, am Vorabend des Ersten Weltkriegs erschien. Auch als junger Mann wirkte Gata Kamsky noch wie ferngesteuert.

1995 widmete der Spiegel diesem Skandal-Vater einen vielbeachteten Artikel.

Nachdem Gata Kamsky 1996 im FIDE-WM-Finale von Elista gegen Anatoli Karpov klar verlor, entschied der Vater, sein Sohn dürfe nicht mehr Schach spielen, sondern solle die Rechtswissenschaften studieren, was dieser auch in Brooklyn tat. 2004 kehrte Gata Kamsky dann zum Schachsport zurück. Er soll sich mittlerweile vom Vater emanzipiert haben, aber er hält sich zu diesem Thema auffällig bedeckt.

Hier noch ein Interview mit dem Vater von 1996

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