Mit prachtvollem Powerplay auf den Zentrallinien kam Garri Kasparov beim Weltcupturnier von Barcelona 1989 gegen Waleri Salow zum Erfolg. Bereits sein Maroczy-Aufbau war ambitioniert. Das frühe Springeropfer 12. Sd5 ist nicht forciert, sondern ist in solchen Strukturen sehr schematisch. Kasparov selbst besaß soviel Urvertrauen in die Stellung, daß er seine nachträglichen Analysen für den Fall der Annahme des Opfers auf 12. ...exd5 13. exd5+ Kd8 14. Lb2 += beschränkte. Auf die Annahme des Bauernopfers 17. ...dxe5 hatte er dagegen wahrscheinlich 18. Sc6 Lxc6 19. Lxc6+ Ke7 20. c5 vorbereitet. Hier sehe ich auch noch keinen forcierten Gewinn. Aber große Aktivität und Dominierung sowie das Spiel mit gefährlichen Freibauern sollten ein deutliches Stellungsplus ergeben.
Jedenfalls nutzte auch die Verweigerung beider Opfer von Kasparov Waleri Salow nichts. Schnell schlug es bei ihm ein, und der Angriff wurde mit großer Präzision zum siegreichen Ende geführt. Diese Partie erhielt den Schönheitspreis von Barcelona und dient auch als gute Themenpartie für das Spiel gegen unrochierte Könige.

[Event "Barcelona"]
[Site "Barcelona"]
[Date "1989.??.??"]
[Round "12"]
[White "Garry Kasparov"]
[Black "Valery Salov"]
[Result "1-0"]
[ECO "A15"]
[PlyCount "57"]
[EventDate "1989.??.??"]

1. Nf3 Nf6 2. c4 b6 3. Nc3 c5 4. e4 d6 5. d4 cxd4 6. Nxd4 Bb7 7. Qe2 Nbd7 8. g3
Rc8 9. Bg2 a6 10. O-O Qc7 11. b3 e6 12. Nd5 Qb8 13. Rd1 g6 14. Bg5 Bg7 15. Bxf6
Nxf6 16. Nxb6 Rd8 17. e5 Bxg2 18. exf6 Bxf6 19. Nxe6 fxe6 20. Qxe6+ Be7 21. c5
Bb7 22. Re1 Qc7 23. c6 Bxc6 24. Rac1 Rd7 25. Nxd7 Qxd7 26. Qc4 Bb7 27. Qc7 Rf8
28. Qb8+ Kf7 29. Rc7 1-0