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Thema: Das Cafe de la Regence

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    Das Cafe de la Regence

    Es gibt wohl keinen bekannteren und wohlklingenderen Schachort als den des traditionsreichen Cafe de la Regence in Paris. Das Cafe de la Regence wurde 1681 gegründet und entwickelte sich rasch zu einem wahren Pilgerort für Schachspieler von Paris, von Frankreich, ja von der ganzen Welt. Waren die Kaffeehäuser für die Verbreitung des Schachspiels unter dem Volk überaus wichtig, so war das Cafe de la Regence gewissermaßen die Königin der Kaffeehäuser. Es sollte für mehr als zwei Jahrhunderte zum bedeutendsten Schachort der Welt werden, was man anhand von einzelnen Daten belegen kann. So ließ kein Schachmeister aus dem Ausland einen Besuch im Cafe de la Regence aus (Paul Morphy etwa verkehrte dort während seiner Europareise und schlug u. a. Daniel Harrwitz mit 5:2 nach einem 0:2-Rückstand), der beste Spieler seiner Zeit erhielt eine Festanstellung im Cafe und mußte gegen jeden, der es wünscht, spielen, und die ganze Schachelite von Frankreich war oft in diesem für Schachspielerohren so klangvollen Cafe zu finden. Der Aufklärer und Schaffer der Enzyklopädie, Denis Diderot (1713-1784), etwa erinnert sich:

    Wenn es gar zu kalt oder regnerisch ist, flüchte ich mich in das Cafe de la Regence und sehe zu meiner Unterhaltung den Schachspielern zu. Paris ist der Ort in der Welt, und das Cafe de la Regence der Ort in Paris, wo man das Spiel am besten spielt. Da [...] versuchen sich gegeneinander der profunde Legal, der subtile Philidor, der gründliche Mayot. Da sieht man die bedeutendsten Züge, da hört man die gemeinsten Reden. Denn, kann man schon ein geistreicher Mann und großer Schachspieler zugleich sein, wie Legal, so kann man auch ein großer Schachspieler und albern zugleich sein, wie Foubert und Mayot
    Im Prinzip waren es nicht nur die Schachspieler, die in diesem Cafe verkehrten, sondern auch die geistigen Eliten jener Zeit, darunter zahlreiche Aufklärer wie Rousseau, Voltaire oder der erwähnte Diderot. Aber auch große Staatsmänner verkehrten dort, um Schach zu spielen, etwa Napoleon Bonaparte und Benjamin Franklin. Verglichen mit der damaligen Zeit, ist das Interesse an Schach heute merklich zurückgegangen. Oder würde heute noch einer sagen, daß die geistigen Eliten sich bei uns oder in Frankreich noch zum Schachspielen in der Öffentlichkeit oder auch woanders treffen? Trotzdem ist es schön, sich daran zu erinnern, daß es auch einmal ganz anders war.

    Hier sind Außenansicht und Innenansicht jenes berühmten Kaffeehauses:




    Informationen aus Die Säulen des Schachs – Paris von Ripperger, Wieteck und Ziegler
    Geändert von Kiffing (09.08.2014 um 18:07 Uhr) Grund: verschollenes Bild ersetzt
    Alles wartet auf das Licht
    Oh, ihr Menschen, fürchtet euch nicht

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