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Thema: Zum Wert von Vorgabepartien

  1. #1
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    Zum Wert von Vorgabepartien

    Früher haben bekanntlich die stärkeren Spieler in den zahlreichen freien Partien den schwächeren Gegnern gerne etwas vorgegeben. Es konnte sich um Tempi handeln (eine Partie begann dann etwa mit 1. e4 2. d4 d6) oder um Figuren.

    Ich selbst möchte bekennen, daß ich kein Freund von den Vorgabepartien bin. Wenn man selbst besser im Schach wird, soll es ja vor allem den Vorteil darstellen, daß man gegen immer mehr Schachspieler auch gewinnen kann. Durch solche Vorgaben wird dieser Vorteil natürlich in gewisser Weise egalisiert. Was hat man davon, besser als andere zu werden, wenn man das dann eh wieder ausgleichen muß? Ist das Feilen an seiner Spielstärke dann nicht Sisyphusarbeit? In einer Schlacht zwischen zwei Armeen, die das Schachspiel ja symbolisieren soll, wird ja auch nicht die stärkere Armee freiwillig Teile ihrer Einheiten in den Kasernen lassen, um dem Feind noch eine Chance zu lassen. Es ist ein natürliches Prinzip, daß jeder gewinnen will und dafür alle seine Kräfte mobilisiert.

    Außerdem halte ich persönlich Vorgabepartien für wertlos, wenn ich sie in Schachbüchern vorfinde und gucke sie mir nicht an. Es sind für mich halt keine normalen Partien. Und im Prinzip hat durch eine Entscheidung durch eine Vorgabe am Ende niemand etwas so Recht davon. Der stärkere Spieler kann sich im Falle einer Niederlage immer damit herausreden, daß die Partie nicht unter gleichen Bedingungen stattgefunden hat. Und der schwächere Gegner mag sich über einen Sieg gar nicht so Recht freuen. Er hat ja ein Privileg bekommen, das andere nicht haben. Meiner Ansicht nach zählen nur Siege unter gleichen Bedingungen etwas. Wenn wir im Schachverein bei freien Blitzturnieren den Kindern Figuren vorgeben müssen, empfinde ich das immer als Ärgernis. Die Tabelle wird verfälscht.

    Wie denkt ihr darüber?
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  2. #2
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    AW: Zum Wert von Vorgabepartien

    Hm, mal über Vorgabepartien nachdenken.
    Also ich habe noch nie eine Vorgabepartie gespielt.Wohl deshalb weil ich mich nie als soviel besser als mein Gegner eingeschätzt habe das ich ihm einen Vorteil gebe als auch die starken Spieler im Verein sich nicht zugetraut haben mir Material zu geben.Hätten ich ihnen sowas wie Tempivorgaben vorgeschlagen hätten sie vielleicht zugestimmt aber daran hatte ich noch nie gedacht.Man überschätzt sich vielleicht auch schon etwas wenn man jemandem so etwas vorschlägt.

    Solche Vorgabepartien könnten aber auch ein gutes Training sein, oder ? Es können ja dann besondere Verteidigungsstellungen entstehen, die einem Präzision aufzwingen und durch dessen spielen man dann mal wirklich Verteidigen und Hartnäckigkeit lernt.
    Der Spieler der aber die Vorgabe hat wird vielleicht weniger lernen.

    Eine ganz andere Idee könnte doch auch diese sein:

    Man wählt bestimmte Eröffnungs-, Mittelspiel- oder Endspielstellungen aus, nimmt etwas Material weg oder fügt der einen Seite eine entwickelte Figur oder eine Schwäche hinzu etc. und schaut vielleicht sogar mit dem Computer das es keine sofortigen taktischen Schläge gibt und dass die Sache noch nicht so trivial ist, also noch zu Übungszwecken dient und dann kann man so bestimmte Situation trainieren.

    In echten Partien kann es ja auch mal passieren, dass man einen Turm z.B. zuerst auf eine Linie zieht, dann aber merkt das er auf einer anderen besser stünde und ihn dann nochmal zieht.So übt man solche Fehler besser zu beheben.

    Dass Fazit wäre also wohl, dass Vorgabepartien durchaus ein forderndes und interessantes Training sein können.Man sollte jedoch auch genug Zeit haben bei einem solchen Training.
    Für Spaßpartien oder sinnloses geblitze ist sowas aber besstimmt nur Zeitverschwendung.Ich meine, es ist doch blöd wenn man ihn Spaß- und Blitzpartien wo man sowieso immer unkonzentriert ist noch mehr Fehler macht, weil die Stellungen nochmal anders und unbekannter sind also sie sowieso schon in Blitzpartien sind.

    Da kann man auch gleich Fischerschach mit Vorgaben spielen oder ?

  3. #3
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    AW: Zum Wert von Vorgabepartien

    Vorgabepartien ist beispielsweise bei Go üblich. Dort darf der schwächere Spieler 1-9 Steine legen, bevor der stärke Spieler anfängt.

    Meiner Meinung nach ist es sinnvoll, dem schwächeren Spieler eine Vorgabe zu gestatten. Resultate wie 10 - 0 sind langweiling für den stärkeren und deprimierend für den schwächeren. Der schwächere verliert dann sehr schnell die Lust und hört eventuell ganz mit dem Schachspielen auf.

    Sobald der schwächere Spieler eine positive Bilanz vorweisen kann: 6 - 4, sollte die Vorgabe verringert werden.

  4. #4
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    AW: Zum Wert von Vorgabepartien

    Und im Prinzip hat durch eine Entscheidung durch eine Vorgabe am Ende niemand etwas so Recht davon. Der stärkere Spieler kann sich im Falle einer Niederlage immer damit herausreden, daß die Partie nicht unter gleichen Bedingungen stattgefunden hat. Und der schwächere Gegner mag sich über einen Sieg gar nicht so Recht freuen. Er hat ja ein Privileg bekommen, das andere nicht haben. Meiner Ansicht nach zählen nur Siege unter gleichen Bedingungen etwas. Wenn wir im Schachverein bei freien Blitzturnieren den Kindern Figuren vorgeben müssen, empfinde ich das immer als Ärgernis.
    Sehe ich genauso. In Turnieren verfälscht es das Ergebnis, der schwächere Spieler kann sich über seinen "Sieg" nicht wirklich freuen und der stärkere Spieler ist über seinen unfairen Punktverlust verärgert. Unfair deshalb, weil eben nicht jeder die gleiche Chance hatte. Ohne gleiche Bedingungen für beide Spieler kann es keinen richtigen Wettbewerb geben.

    Bei Freundschaftsspielen sehe ich das allerdings anders; dort kann die Figurenvorgabe eine schöne Herausforderung für den stärkeren Spieler und eine gute Gewinnchance für den schwächeren Spieler darstellen.
    http://musescore.com/tobefree

    Zitat Zitat von derair
    also ich hab jetztd en internet explorer 9 und der ist toll
    der ist viel übersichtliger geworden und íst viel besser als fire fox
    "Alle aussteigen, wir klauen jetzt einen A380."

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