Das traditionsreiche Schachspiel hat in seiner Geschichte schon viele Gleichnisse erfahren wie etwa dieses hier:

Es war einmal ein hochmütiger König, der sein Volk mißhandelte, weil er es verachtete. Da der eitle Herrscher nicht einmal Kritik seiner Freunde und Vertrauten ertrug, erfand ein weiser Brahmane das Schachspiel, um dem verblendeten König anschaulich zu machen, daß er ohne seine sich opfernden Untertanen verloren sei, weil er sich nicht allein verteidigen könne. Der König verstand die Botschaft und wandelte sich zu einem weisen Herrscher, der sein Volk hegte und pflegte.
Noch einmal zur Erinnerung: ein schachliches Gleichnis ist etwas, wo man das Schachspiel als Spiegel des Lebens sieht und vom Schach auf das Leben überträgt.

In jedem Menschen steckt ein kleiner Künstler. Deswegen wollte ich euch fragen, ob ihr euch auch zutraut, einmal selbst ein schachliches Gleichnis herzustellen, das ihr in Beziehung zum Leben setzt. Eine schöne Stilistik bzw. poetische Form wäre wünschenswert.

Ich fange an:

Ein jedes Leben hat einmal einen Anfang und ein Ende, und dazwischen ist noch viel mehr. So gibt es Geburt, Kindheit, Jugend, Blütezeit, Reife, Alter und Tod. All dies findet sich so vortrefflich auf den 64 schwarzweißen Felder wieder. Man hat sein eigenes Schicksal in der Hand. Und wie im richtigen Leben wirst Du im Schach für Deine Fehler bestraft und mußt für Deine Taten Verantwortung übernehmen. Und wie im richtigen Leben sind Zaghaftigkeit und Verwegenheit keine guten Ratgeber. Alles in Maßen, die Mitte ist golden.

Na ja, stilistisch suboptimal, aber ich bin auch kein Künstler.

Nun seid ihr dran!