Schon Philidor hatte die Regel aufgestellt ist, daß es generell günstig ist, seinen f-Bauern gegen den gegnerischen e-Bauern zu tauschen. Auf diesem Theorem basiert etwa das Königsgambit, eine wildromantische Eröffnung, die Akiba Rubinstein in dieser Partie 1923 in Mährisch-Ostrau gegen Karel Hromadka anwandte. Rubinstein spielt die Partie sehr geschickt, in dem er auf beiden Flügeln seine Ambitionen klarmacht. Das hat zur Folge, daß sich der Gegner nirgendwo verstecken kann, und als er dann groß rochiert, hat es Rubinstein nicht schwer, seinen Angriff schnell auf den Damenflügel zu überführen. Nachdem er dann eine starke Batterie gegen den gegnerischen König aufgebaut hatte, war die Stellung für seinen armen Gegner kaum noch zu halten. Mit überfallartigen Manövern und messerscharf berechneten taktischen Wendungen errang der große Rubinstein schließlich den Sieg in einer Partie, die alles Zeug zu einer wirklichen Musterpartie hat, schön und einprägsam.

[Event "Maehrisch-Ostrau"]
[Site "Maehrisch-Ostrau"]
[Date "1923.07.05"]
[EventDate "1923.??.??"]
[Round "4"]
[Result "1-0"]
[White "Akiba Rubinstein"]
[Black "Karel Hromadka"]
[ECO "C30"]
[WhiteElo "?"]
[BlackElo "?"]
[PlyCount "57"]

1. e4 e5 2. f4 Bc5 3. Nf3 d6 4. Nc3 Nf6 5. Bc4 Nc6 6. d3 Bg4
7. h3 Bxf3 8. Qxf3 Nd4 9. Qg3 Qe7 10. fxe5 dxe5 11. Kd1 c6
12. a4 Rg8 13. Rf1 h6 14. Ne2 O-O-O 15. Nxd4 Bxd4 16. c3 Bb6
17. a5 Bc7 18. Be3 Kb8 19. Kc2 Ka8 20. Rf3 Nd5 21. Bg1 Nf4
22. Qf2 Bb8 23. g3 Nxh3 24. Rxf7 Qd6 25. Qb6 Rd7 26. Bc5 Rxf7
27. Bxd6 Rf2+ 28. Qxf2 Nxf2 29. Bc5 1-0